AEG-Stammwerk Rückkehr an den Verhandlungstisch

Im Streit um die Schließung des AEG-Werks in Nürnberg gibt es neue Hoffnung für die Beschäftigten. Die schwedische Muttergesellschaft Electrolux will voraussichtlich noch diese Woche ein neues Angebot machen. Der Streik soll bis dahin jedoch fortgesetzt werden.

Nürnberg - Als Termin für eine neue Verhandlungsrunde schlug die Gewerkschaft diesen Donnerstagnachmittag vor. Auf Einladung des bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber hatten das Electrolux-Management und die IG Metall die Gespräche am Sonntagabend wieder aufgenommen.

Der bayerische IG Metall-Sprecher Siegfried Hörmann sagte, Electrolux  habe die sofortige Aufnahme von Verhandlungen vorgeschlagen und wolle ein "bezifferbares Angebot mit Daten und Fakten" vorlegen. Die Gewerkschaft habe ihrerseits auf ihr Angebot vom Oktober 2005 verwiesen. Dieses sah eine Reduzierung der Belegschaft, aber den Erhalt des Standorts Nürnberg vor.

Electrolux forderte in dem Gespräch allerdings, dass der Streik sofort beendet werde. Die IG Metall lehnt dies ab. "Gestreikt wird, bis ein Verhandlungsergebnis unterschrieben ist", sagte Streikleiter Jürgen Wechsler. Ziel bleibe es, den Standort zu erhalten. Der bayerische IG-Metall-Chef Werner Neugebauer sagte der Nachrichtenagentur AP, die Gewerkschaft werde die Verhandlungen sofort wieder abbrechen, sollte der Konzern doch kein neues Angebot vorlegen.

Verhärtete Fronten

Dagegen will der schwedische Hausgerätehersteller von der Schließung des Werkes nicht abrücken. Bei den Verhandlungen gehe es lediglich "um die Bedingungen für die Verlagerung der Produktion von Wasch- und Spülmaschinen von Nürnberg nach Polen", erklärte Electrolux-Chef Hans Stråberg.

Eine Woche nach dem Beginn des Streiks bei AEG in Nürnberg hatte der Arbeitskampf deutlich an Härte gewonnen. Electrolux hatte die Ausweitung des unbefristeten Ausstands auf die Logistiksparte am Freitag mit der Drohung beantwortet, die Produktion beschleunigt ins Ausland zu verlagern. "Die Ausweitung des Konfliktes nutzt nur Unternehmen aus der Türkei, China und Südkorea und beschleunigt in der Konsequenz die Verlagerung von Jobs aus Westeuropa", sagte Unternehmenssprecher Anders Edholm in Stockholm.

Electrolux plant die Schließung des Nürnberger AEG-Werks für 2007, um die Produktion ins preisgünstigere Ausland zu verlagern. Die Gewerkschaft fordert für die 1700 von der Entlassung bedrohten Mitarbeiter einen Sozialtarifvertrag, der weit über einen üblichen Sozialplan hinausgehen soll. Das Nürnberger Werk wird seit dem 20. Januar bestreikt.

ap, dpa

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