Allianz Agenturen zu Bankfilialen

Der Finanzkonzern will in seinen Agenturen Bankdienste anbieten. "In den kommenden fünf Jahren ist die Ausstattung von 5000 Vertretungen mit Geldautomaten vorstellbar", sagte Vertriebsvorstand Hansjörg Cramer. Auch Produkte der Dresdner Bank sollen verkauft werden. Der Vorstoß richtet sich vor allem gegen die Sparkassen.

München - Die Allfinanzkonzern Allianz  steht vor einem bedeutenden Umbau. Einem Zeitungsbericht zufolge will der Konzern binnen der nächsten fünf Jahre 5.000 seiner Versicherungsagenturen zu Bankfilialen aufrüsten. Für mehr als 80 Millionen Euro sollen die Agenturen um die Bankdienste der Allianz-Tochter Dresdner Bank erweitert werden.

"Wir rüsten in den kommenden drei Jahren zunächst 1000 Vertretungen für das Bankgeschäft mit Geldautomaten aus", sagte Vertriebsvorstand Hansjörg Cramer der "Welt am Sonntag". In den kommenden fünf Jahren sei die Ausstattung von 5000 Vertretungen mit Geldautomaten vorstellbar, fügte er hinzu. Vor allem die Sparkassen sollten dadurch "deutliche Konkurrenz" bekommen.

Allianz  und Dresdner sollen durch die anstehende Verzahnung wechselseitig voneinander profitieren. Die Aktion rechne sich für beide Seiten: "Die Allianz-Kunden haben gut drei Milliarden Euro bei der Dresdner Bank investiert. Wir bekommen ein ähnliches Volumen von der Dresdner Bank zurück", bezifferte der Manager die Synergien.

Mit der laufenden Umstrukturierung des Allianz-Geschäfts in Deutschland will Cramer Marktanteile zurückgewinnen, die der größte inländische Versicherer in den vergangenen Jahrzehnten an die Konkurrenz verloren hat. "Der Vertrieb wird durch die neue Struktur deutlich gestärkt", sagte Cramer.

Der Manager versprach, dass es in diesem Zusammenhang nicht zu einer Ausdünnung des Agenturnetzes kommen werde. Entsprechende Sorgen von Außendienstmitarbeitern seien unbegründet. In anderen Bereichen schloss Cramer einen Arbeitsplatzabbau jedoch nicht aus: "Im angestellten Vertriebsinnendienst gibt es zur Zeit einen rechnerischen Überhang von ein paar hundert Mitarbeitern."

Ab dem kommenden Jahr seien betriebsbedingte Kündigungen nicht auszuschließen, zitiert ihn das Blatt. Cramer wolle Entlassungen allerdings vermeiden und Mitarbeiter in andere Bereiche oder Agenturen versetzen. Die mit dem Betriebsrat vereinbarte Beschäftigungsgarantie läuft nach Angaben der Zeitung zum Jahresende aus.

rtr, ap, dpa

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