Ein Stahlgigant entsteht Der aberwitzige Plan des indischen Milliardärs Mittal

Der weltgrößte Stahlkonzern Mittal Steel will den Wettbewerber Arcelor übernehmen. Der Kaufpreis soll 18,6 Milliarden Euro betragen. Gelingt dieses Geschäft, könnte ThyssenKrupp doch noch bei Dofasco zum Zuge kommen.

London - Mittal Steel hat am Freitag ein Übernahmeangebot für den Konkurrenten Arcelor angekündigt. Wie der Stahlkonzern mitteilte, werden 28,21 Euro je Arcelor-Aktie geboten. Damit werde der Arcelor-Konzern, der die Übernahmeofferte als "eindeutig feindlich" bezeichnet, mit 18,6 Milliarden Euro bewertet.

Auch der Kauf des kanadischen Stahlproduzenten Dofasco  durch ThyssenKrupp  von Mittal Steel ist bereits vereinbart. ThyssenKrupp habe sich verpflichtet, bis zu 100 Prozent der Anteile von Dofasco zum Preis von 68 kanadischen Dollar je Aktie zu erwerben, teilte das Unternehmen am Freitag mit.

Das Geschäft steht allerdings noch unter Vorbehalten. Dafür muss die Übernahme des Stahlkonzerns Arcelor durch Mittal Steel gelingen, sowie auch die Übernahme von Dofasco durch Arcelor. ThyssenKrupp hatte sich erst vor wenigen Tagen aus dem Bieterrennen um Dofasco verabschiedet, nachdem der deutsche Stahlkonzern zum wiederholten Mal von Arcelor überboten wurde.

Arcelor hatte zuletzt 71 kanadische Dollar pro Aktie geboten, während ThyssenKrupp nicht mehr als 68 kanadische Dollar pro Aktie oder insgesamt 5,3 Milliarden kanadische Dollar (rund 3,8 Milliarden Euro) zahlen wollte.

Siegerlächeln: Lakshmi Mittal nach der Ersteigerung eines 93-Prozent-Anteils an der ukrainischen Stahlfabrik Kryvorizhstal in Kiew

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Foto: DPA
Das teuerste Haus der Welt: Mittal residiert unter anderem in diesem Palast mit zwölf Schlafzimmern im Londoner Viertel Kensington. Kaufpreis: über 100 Millionen Euro.

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Foto: DPA
Übernahmeziel: Ein Stahlwerk von Arcelor im französischen Hayange

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Foto: DPA
Glückwunsch vom Präsidenten: Mittal mit dem ukrainischen Staatschef Viktor Juschenko

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Foto: DPA


Mittals Welt
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Bei der französischen Regierung stößt die geplante Übernahme von Arcelor durch Mittal Steel auf Skepsis. Frankreichs Finanzminister Thierry Breton erklärte am Freitag, seine Regierung habe angesichts der Offerte Bedenken.

Nach Worten Bretons stößt vor allem die Art und Weise, wie das Angebot unterbreitet wurde, in der französischen Regierung auf Kritik. So störe sich Paris an der "feindlichen Art der Offerte" und der Tatsache, dass es vorher keine tieferen Gespräche zwischen den beiden Unternehmen gegeben habe.

Die Aktien von Mittal Steel  und Arcelor  waren beide am Freitagmorgen um 9.30 Uhr vom Börsenbetreiber Euronext vom Handel ausgesetzt worden.

Bereits im Jahr 2004 hatte der gebürtige Inder Lakshmi Mittal, drittreichster Mann der Welt, den US-Konkurrenten International Steel Group übernommen. Mittal Steel war dadurch vor Arcelor zur Nummer eins in der Stahlbranche aufgestiegen.

manager-magazin.de mit Material von dpa, reuters, vwd

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