Volkswagen-Affäre Zwei neue Verdächtige

Die Staatsanwaltschaft weitet ihre Ermittlungen zur Volkswagen-Affäre um Schmiergelder und Lustreisen aus. Es handele sich um zwei Personen, die an kriminellen Geldtransfers beteiligt gewesen sein könnten. Unterdessen hat Siemes-AR-Chef Heinrich von Pierer auf Gerüchte reagiert, er solle neuer AR-Chef bei VW werden.

Braunschweig - In den Untersuchungen, die bereits verschiedene Delikte von persönlicher Bereicherung aufdeckte, hat die Staatsanwaltschaft ihre Ermittlungen erneut ausgeweitet. Die Zahl der Beschuldigten habe sich um zwei auf zwölf erhöht, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Braunschweig am Donnerstag.

Er bestätigte einen Bericht der "Bild"-Zeitung. Gegen die beiden neuen Beschuldigten, die keine Mitarbeiter von VW  seien, bestehe der Verdacht, dass sie an kriminellen Geldtransfers über ausländische Tarnfirmen beteiligt gewesen seien.

Von Pierer sagt ab

Der frühere Siemens-Chef Heinrich von Pierer steht nach eigenen Worten nicht für den Posten des Aufsichtsratsvorsitzenden in Wolfsburg zur Verfügung.

"Das hat rein zeitliche Gründe", sagte von Pierer am Rande der Siemens-Hauptversammlung am Donnerstag in München. Der Aufsichtsratsvorsitzende von Siemens war als einer der denkbaren Kandidaten für die Nachfolge von Ferdinand Piëch gehandelt worden, der 2007 den Vorsitz des VW-Kontrollgremiums abgibt.

Großmann und Gaul bleiben als Chefkandidaten

Der frühere VW-Vorstandschef Piëch ist auch Großaktionär des Sportwagenherstellers Porsche, der mittlerweile der größte Anteilseigner von Volkswagen ist.

Für Piëchs Nachfolge soll eine neutrale Person nominiert werden, die keinem der zwei Großaktionäre Porsche  und Niedersachsen näher steht. Von Pierer gehört dem Volkswagen-Aufsichtsrat bereits an und begleitet zahlreiche Mandate in anderen Unternehmen. Als Kandidaten für den VW-Aufsichtsratsvorsitz gelten auch der niedersächsische Stahlunternehmer Jürgen Großmann und Eon-Manager  Hans Michael Gaul.

dpa, rtr

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