AHBR-Gerichtsentscheid "Branchenübliche Zinsgeschäfte"

Das Landgericht Frankfurt hat am Mittwoch eine Schadenersatzklage gegen fünf ehemalige Vorstände der in Schwierigkeiten geratenen Allgemeinen Hypothekenbank Rheinboden (AHBR) zurückgewiesen. Die AHBR hatte die Vorstände auf 250 Millionen Euro verklagt.

Frankfurt am Main - Die von den Vorständen getätigten Zinsgeschäfte seien zwar zu dem Zeitpunkt nicht vom Gesetz gedeckt, aber branchenüblich gewesen und auch von der Finanzaufsicht toleriert worden. Deshalb könnten die Ex-Vorstände auch nicht für Verluste aus den riskanten Geschäften in Haftung genommen werden, begründete das Gericht sein Urteil.

Die einst gewerkschaftseigene Hypothekenbank war durch die spekulativen Finanzgeschäfte in eine Schieflage geraten und konnte Ende 2005 nur durch das Einspringen eines neuen Eigentümers gerettet werden. Die AHBR hatte die fünf ehemaligen Vorstände auf 250 Millionen Euro Schadenersatz verklagt. Dabei seien jedoch nur die größten Verluste aus den Geschäften berücksichtigt worden, nicht aber einzelne Gewinne, kritisierte der Richter.

Eine AHBR-Sprecherin sagte, vor der Entscheidung über eine mögliche Berufung solle die schriftliche Begründung des Urteils abgewartet werden. Einen Vergleich mit den Ex-Managern hatte die Bank zuvor abgelehnt.

Die texanische Fondsgesellschaft Lone Star hatte die AHBR übernommen und damit die wohl größte Bankpleite seit dem Herstatt-Skandal 1974 abgewendet. Lone Star erhielt dafür von der Gewerkschaftsholding BGAG eine "Mitgift" im dreistelligen Millionenbereich. Die Bank wird für 2005 einen Verlust von mehr als einer Milliarde Euro ausweisen. Lone Star will noch im Januar ein Konzept für die künftige Ausrichtung vorstellen.

dpa