Wirtschaftsprognose China überholt Deutschland

Chinas Wirtschaft wächst derart rasant, dass das Reich der Mitte bereits in vier Jahren Deutschland als drittgrößte Wirtschaftsmacht ablösen dürfte. Mit einem Wachstum von knapp 10 Prozent im Jahr 2005 ist China nach endgültigen Zahlen des Statistikamtes bereits jetzt weltweit die Nummer vier.

Peking - Chinas Bruttosozialprodukt ist im vergangenen Jahr um 9,9 Prozent auf 18.232 Milliarden Yuan (umgerechnet 1,84 Billionen Euro) gewachsen. Dies teilte das Statistikamt in Peking am Mittwoch aufgrund endgültiger Zahlen mit. Bereits im Dezember hatten die Statistiker in Peking das BIP für 2004 um knapp 20 Prozent nach oben korrigiert - die stärkere Einbeziehung des Servicesektors sorgte für eine Aufwärtskorrektur im Wert von rund 300 Milliarden Dollar.

Mit den jüngsten Zahlen für das Jahr 2005 dürfte China bereits jetzt viertgrößte Wirtschaftsmacht der Welt hinter den USA, Japan und Deutschland sein. Damit ist die Volksrepublik an Frankreich, Großbritannien und Italien vorbeigezogen. Nach Schätzung von Experten könnte China bereits in vier Jahren Deutschland als drittgrößter Wirtschaftsmacht den Rang ablaufen.

Handelsüberschuss von 102 Milliarden Dollar

Die Ausfuhren legten 2005 um 28 Prozent auf 762 Milliarden US-Dollar zu. Der Handelsüberschuss erreichte einen Rekord: Der Wert der Exporte überstieg den Wert der Importe um 102 Milliarden US-Dollar.

Die Anlageinvestitionen stiegen mit 25,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr weiter kräftig. Die Verbraucherpreise erhöhten sich um 1,8 Prozent. Die Industrieproduktion wurde um 11,4 Prozent ausgeweitet. Größter Handelspartner war auch im abgelaufenen Jahr die Europäische Union.

Chinas Wachstum Schwerpunkt in Davos

Der rasante Aufstieg Chinas und Indiens ist Schwerpunktthema beim diesjährigen Weltwirtschaftsforum im Schweizer Skiort Davos. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wird das Treffen am Mittwochnachmittag (17.30 Uhr) eröffnen.

In dem Alpenort werden bis zum Sonntag mehr als 2300 Manager und Spitzenpolitiker erwartet. Dort geht es auch um die Risiken der weltweiten Öl- und Gasversorgung sowie den Atomstreit mit dem Iran.

Verwandte Artikel
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.