EU-Kommission Adidas darf Reebok übernehmen

Die EU-Kommission hat dem Sportartikelhersteller Adidas grünes Licht für die milliardenschwere Übernahme des US-Konkurrenten Reebok gegeben. Mit Reeboks Hilfe wird der Abstand von Adidas zu Marktführer Nike deutlich geringer.

Brüssel/Herzogenaurach - Die Übernahme werde den Wettbewerb im Europäischen Wirtschaftsraum nicht deutlich beeinträchtigen, teilte die EU-Kommission am Dienstag nach einer vierwöchigen Prüfung mit.

Reebok  wird an diesem Mittwoch eine außerordentliche Hauptversammlung abhalten, um die Transaktion zu genehmigen. Eine Zustimmung gilt als sicher. Die Übernahme könnte dann bereits zum 31. Januar abgeschlossen werden.

"Wir freuen uns, diesen wichtigen Meilenstein erreicht zu haben", sagte Adidas-Chef Herbert Hainer. "Wir erwarten nun ein baldiges Closing, sobald die Reebok-Aktionäre unserem Übernahmeangebot zugestimmt haben."

Adidas  hatte im August die Übernahme von Reebok für rund 3,1 Milliarden Euro angekündigt. Die US-Kartellwächter hatten das Geschäft bereits Anfang Oktober ohne Auflagen genehmigt.

Lizenzabkommen als Übernahmegeschenke

Auch Reebok-Konzernchef und Großaktionär Paul Firemann hat dem Verkauf bereits zugestimmt. Fireman hält mit seiner Frau zusammen rund 17 Prozent der Reebok-Aktien.

Mit dem Kauf von Reebok will Adidas zum Branchenprimus Nike  aufrücken. Adidas und Reebok - nach Nike die Nummer zwei und drei weltweit - kommen zusammen auf einen Umsatz von knapp neun Milliarden Euro. Nike setzte zuletzt rund elf Milliarden Euro um.

Durch Reebok kommt Adidas an für den US-Markt wichtige Lizenzabkommen mit der National Football League sowie den Baseball-, Hockey- und Basketballverbänden. Im wichtigen US-Markt hält Nike einen Anteil von 36 Prozent, Adidas und Reebok kommen zusammen auf rund 21 Prozent, wie der Branchendienst Sporting Goods International errechnet hat.

dpa, rtr

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