Continental Einigung in Sicht

Im Streit um die geplante Schließung der Continental-Autoreifenproduktion in Hannover zeichnet sich eine Lösung ab. Nach stundenlangen Verhandlungen haben sich Arbeitnehmervertreter und der Vorstand des Autozulieferers auf einen Kompromissvorschlag geeinigt. Er sieht den schrittweisen Abbau der Produktion bis Ende 2007 vor.

Hannover - Der Autozulieferer Continental  und die Gewerkschaft Bergbau Chemie Energie (IG BCE) haben ihren Streit um 320 Arbeitsplätze in der Conti-Reifenproduktion in Hannover-Stöcken weitgehend beigelegt. In beinahe fünfstündigen Verhandlungen verständigten sich Vorstand und Arbeitnehmervertreter am Dienstag auf einen schrittweisen Abbau der Reifenherstellung. IG-BCE-Tarifexperte Werner Bischoff und Conti-Personalvorstand Thomas Sattelberger erklärten nach der Sitzung übereinstimmend, man habe eine Grundlage für eine Einigung gefunden.

Am Standort Hannover-Stöcken sollten Kapazitäten und Personal nunmehr stufenweise von Anfang Januar 2007 bis Ende Dezember 2007 verkleinert werden, sagte Sattelberger. Um den Anpassungsprozess möglichst sozialverträglich zu gestalten, werde man das gesamte personalpolitische Handwerkszeug einsetzen wie Altersteilzeit, das Auslaufen befristeter Arbeitsverträge und innerbetriebliche Versetzungen. Möglicherweise werde es auch eine Qualifizierungsgesellschaft für die betroffenen Arbeitnehmer geben.

Details einer neuen Vereinbarung sollen nach Angaben von Sattelberger "bis Mitte Februar in trockenen Tüchern" sein. Er sei froh, dass man eine gute gemeinsame Plattform gefunden habe, die den Interessen beider Seiten Rechnung trage, betonte er.

Die Mitarbeiter erhielten "eine tragfähigere Perspektive", das Unternehmen entwickele seine Wettbewerbsfähigkeit, sagte der Conti-Personalchef weiter. Es gebe keine Gewinner und Verlierer, sondern stattdessen die Grundzüge eines guten Kompromisses, der aber noch von den Gremien der Arbeitnehmerseite bestätigt werden müsse.

Auch IG-BCE-Vorstandsmitglied Bischoff sagte, es sei "ein gewisser Durchbruch erzielt" worden. Es gebe eine solide Grundlage für eine Einigung. Die Details müssten aber noch ausgearbeitet werden.

Im Vorfeld der entscheidenden Gesprächsrunde hatte der IG-BCE-Vorsitzende Hubertus Schmoldt mit Streik gedroht, falls es nicht zu einer Einigung kommt. Continental wollte die PKW-Reifenfertigung in Hannover ursprünglich bereits Ende 2006 einstellen. Die Arbeitnehmerseite beharrte auf der Einhaltung einer Betriebsvereinbarung, die die 320 Arbeitsplätze bis Ende 2007 sichern sollte.

ap

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