SAP Virtuelle Programme

Welche Anreizsysteme bietet der Software- und IT-Konzern seinen Mitarbeitern? Die Antworten von SAP.
Von Christian Buchholz und Marleen Gründel

Hinweis:

Die Antworten von SAP  zur Umfrage stammen aus dem vergangenen Jahr. Sie beziehen sich weitgehend auf Angaben aus dem Geschäftsbericht. Sobald SAP aktuelle Daten liefert, werden diese an dieser Stelle veröffentlicht.

mm.de: Nennen Sie bitte die wichtigsten Rahmenbedingungen für die Aktienoptionsprogramme bei SAP und wann diese Programme eingeführt wurden.

SAP: Virtuelle Programme gibt es bei SAP seit 1998 unter dem Namen STAR. "Klassische" Optionsprogramme (LTI und SOP) werden seit dem Jahr 2000 angeboten.

Im Februar 2003 und 2002 gewährte SAP Mitarbeitern, die nicht am LTI-Plan 2000 oder SAP SOP 2002 teilnehmen, etwa 3,8 Millionen beziehungsweise 3,6 Millionen Stock Appreciation Rights ("STAR 2003" und "STAR 2002"). Die Einstiegswerte für den STAR 2003 und den STAR 2002 basieren auf dem Durchschnitt der Schlusskurse der SAP-Stammaktie an den 20 Börsentagen nach dem Tag der Veröffentlichung der vorläufigen Ergebnisse für das Geschäftsjahr 2002 beziehungsweise 2001. Sie betrugen für den STAR 2003 84,91 Euro und für den STAR 2002 158,80 Euro.

mm.de: Nach welchen Haltefristen und in welchen Zeitfenstern können die Mitarbeiter Aktien/Derivate aus dem Programm an der Börse veräußern?

SAP: Bei dem LTI-Programm können 33 Prozent der Titel nach zwei Jahren, 33 Prozent nach drei und der Rest nach vier Jahren veräußert werden. Beim Angebot SOP beträgt die Sperrfrist zwei Jahre.

mm.de: Wie hat sich die Rendite für die Teilnehmer an dem Programm im Laufe der Jahre entwickelt? Wie hoch ist der vom Konzern eingeräumte Rabatt?

SAP: Beim Programm LTI variieren die Ausübungspreise von 58,81 Euro bis 91 Euro. Renditebetrachtungen sind nicht möglich, weil keine Informationen über Anzahl und Zeitpunkt der Ausübung öffentlich sind. Der Wert der STARs wird über einen Zeitraum von zwei Jahren gemessen und jedes Quartal ermittelt. Die Gewichtung der Wertentwicklung über die acht Quartale erfolgt wie nachstehend dargestellt: 1. Quartal: 5 Prozent; 2. Quartal: 5 Prozent; 3. Quartal: 10 Prozent; 4. Quartal: 20 Prozent; 5. Quartal: 10 Prozent; 6. Quartal: 10 Prozent; 7. Quartal: 10 Prozent; 8. Quartal: 30 Prozent.

Maßgebend für die Quartalswerte zum jeweiligen Jahresende ist der Durchschnitt der Schlusskurse der SAP-Aktie [...] der ersten 20 Börsentage nach dem Tag der Veröffentlichung der vorläufigen Ergebnisse. Für die Errechnung der übrigen Quartalswerte ist der Durchschnitt der Schlusskurse [...] der ersten fünf Börsentage nach dem Tag der Veröffentlichung der Quartalsergebnisse maßgeblich.

Die Quartalswerte werden unabhängig voneinander gemessen und beeinflussen sich nicht gegenseitig. Die Basis für den Auszahlungsbetrag je STAR ergibt sich aus der Differenz zwischen dem Einstiegswert und dem jeweiligen Quartalswert. Der effektive Auszahlungsbetrag errechnet sich wie folgt: Die ersten 50 Euro Wertzuwachs eines STARs pro Quartal werden zu 100 Prozent, die nächsten 50 Euro Wertzuwachs zu 50 Prozent und der 100 Euro übersteigende Betrag wird zu 25 Prozent berücksichtigt.

Die Auszahlung des Wertzuwachses der STARs 2003 erfolgt in zwei gleichen Raten am 31. März 2005 und am 31. Januar 2006. Die Auszahlung des Wertzuwachses der STARs 2002 erfolgt am 31. März 2004 und am 31. Januar 2005 in ebenfalls zwei gleichen Raten.

130 Millionen Euro Aufwand im Jahr

mm.de: Welche Voraussetzungen müssen für die Auszahlung möglicher STAR-Gewinne gegeben sein?

SAP: Voraussetzung für die Auszahlung von STARs ist grundsätzlich, dass der Teilnehmer zu den Auszahlungsterminen für das jeweilige STAR-Programm weiterhin bei der SAP beschäftigt ist.

mm.de: Wurden die Konditionen geändert?

SAP: Wechsel des Programms LTI zu SOP im Jahr 2002: Es gibt keine indexbasierten Ausübungshürden mehr.

mm.de: Wie hat sich die Resonanz über die Jahre entwickelt? Wie hoch ist der Anteil der Mitarbeiter, die das Angebot annehmen?

SAP: An STAR nehmen etwa 20.000 Mitarbeiter teil. Voraussetzung ist, dass sie mindestens ein Jahr Konzernzugehörigkeit und den Statuts Performer vorweisen können. Für SOP und LTI gilt, dass sie auf Führungskräfte und sonstige Leistungsträger begrenzt sind. Dazu ist keine Zahl öffentlich.

mm.de: Sind Tendenzen, Trends über die Jahre erkennbar? Nehmen beispielsweise Mitarbeiter höherer Gehaltsklassen das Programm stärker an als solche in unteren Gehaltsklassen?

SAP: Es handelt sich um differenzierte Instrumente: LTI und SOP werden an Führungskräfte und leistungsabhängig vergeben. Die STAR-Zuteilung ist auf Performer begrenzt.

mm.de: Sind Vorstandsmitglieder und andere Angehörige des Konzerns von dem Programm ausgeschlossen? Falls ja: Gibt es "Equity Incentives Pläne" oder Vergleichbares für die Gruppe der Führungskräfte? Wie sind diese aufgebaut?

SAP: Die Vorstände erhalten lediglich im Rahmen von LTI und SOP Aktienoptionen.

mm.de: Wie finanziert SAP das Programm? Wie hoch sind die Kosten?

SAP: Für SOP gilt: kein Aufwand. Der Aufwand für STAR und LTI wird ausgewiesen. 2003 waren es 130 Millionen Euro; bis zum dritten Quartal 2004 wurden 28 Millionen Euro ausgewiesen.

mm.de: Plant SAP, das Programm in den kommenden Jahren zu modifizieren, abzuschaffen oder auszubauen?

SAP: Aktuell sind keine Änderungen geplant.

mm.de: Gibt es aus Sicht des Unternehmens seitens des Gesetzgebers Regelungsbedarf in Bezug auf Mitarbeiteraktien und Aktienoptionsprogramme?

SAP: Keine Angaben.

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