A.T. Kearney US-Investor kauft Beratungstochter

Eine Gruppe von Investoren um den bekannten Headhunter und Industrieveteranen Edward Kelley übernimmt die Personalberatungssparte der Consultingfirma A.T. Kearney. Mit dem Deal macht der Mutterkonzern EDS den Weg frei für die Abspaltung seiner gesamten Beratungstochter.
Von Rainer Steppan

Düsseldorf - Das Management des texanischen IT-Dienstleistungskonzerns EDS , zu dem A.T. Kearney gehört, hatte in den vergangenen Wochen mehrere Optionen prüfen lassen. Zunächst habe es geheißen, A.T. Kearney werde an eine große amerikanische Headhuntingfirma verkauft, so der Düsseldorfer Branchendienst ConsultingStar.com  unter Berufung auf firmennahe Kreise.

Wenig später war ein Management Buy-out der gesamten Consultingsparte einschließlich der Executive Search Division im Gespräch. Die jetzt realisierte Lösung zeichnete sich erst kurz vor Weihnachten ab.

A.T. Kearney Executive Search beschäftigt zurzeit weltweit in 24 Büros knapp 70 Consultants. Der Honorarumsatz lag 2005 nach Schätzung von ConsultingStar.com bei etwa 40 Millionen US-Dollar. Die Firma wurde 1946 gegründet und zählt damit zu den ältesten Personalberatungsunternehmen der Welt.

Käufer Edward Kelley blickt auf eine etwa 30 Jahre dauernde erfolgreiche Consulting-Karriere zurück. Der in London ansässige Amerikaner mit britischem Pass arbeitete etwa die Hälfte seines Berufslebens für das US-Beratungshaus Booz Allen Hamilton. Dann wechselte er zu Korn/Ferry International , weltweit die Nummer eins unter den Executive Search Consultancies. Kelley leitete dort unter anderem das europäische Geschäft - sein Name ist mit einem raschen Expansionskurs verbunden.

Welche Summe Kelley für die Headhuntingsparte von A.T. Kearney bezahlen musste, ist nicht bekannt. Woher das Geld stammt, ist dagegen kein Geheimnis: Als Teilhaber von Korn/Ferry wurde der Consultant beim Börsengang der Firma zum mehrfachen Millionär. Außerdem haben sich an dem Deal neben Kelley selbst noch Investoren aus der Private-Equity-Branche und Mitglieder des Führungsteams von A.T. Kearney Executive Search beteiligt.

EDS macht mit dem Verkauf den Weg frei für den bereits seit Monaten angekündigten Management Buy-out seiner gesamten Consultingsparte. EDS will 100 Prozent seiner Beratungstochter an die Führungsriege von A.T. Kearney verkaufen.

In den vergangenen Wochen haben die etwa 200 künftigen Partner ihr Einverständnis mit dem Verhandlungsergebnis durch ihre Unterschrift besiegelt. Unbestätigten Informationen zufolge beteiligt sich jeder Partner mit einer Summe von etwa 250.000 US-Dollar, davon 50.000 Dollar in bar, an A.T. Kearney. Auch die Principals, die in der Firmenhierarchie unter den Partnern angesiedelt sind, durften Anteile erwerben.

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