Commerzbank Müller kündigt steigende Rendite an

Die Commerzbank hat nach den Worten ihres Vorstandschefs Klaus-Peter Müller im vergangenen Jahr die geplante Eigenkapitalrendite von acht Prozent erreicht. Für dieses Jahr kündigt er ein kräftiges Wachstum an. Weitere Zukäufe könnten dabei eine Rolle spielen.

Frankfurt am Main - "Das werden wir schaffen", sagte Müller am Freitagabend auf dem Neujahresempfang der Bank in Frankfurt in Bezug auf das Renditeziel 2005. Die Rendite von acht Prozent ist ohne Sondererlöse und nach Steuern geplant gewesen. 2006 strebe das Institut dann eine Rendite von mindestens zehn Prozent an, bekräftigte der Bankchef.

Hauptaufgabe sei es, 2006 die Eurohypo, Deutschlands größte Hypothekenbank, zu integrieren. Bisher laufe die Integration "gut" und "schneller als erwartet". Indirekt kündigte Müller weitere Zukäufe an: "Wir sind bemüht, die Commerzbank-Gruppe weiter anwachsen zu lassen." Für die zum Verkauf stehende Berliner Bank habe sein Institut ein unverbindliches Angebot vorgelegt. Die Commerzbank  ist damit weiter im Rennen um die Tochter der Bankgesellschaft Berlin .

Mit Blick auf die für das zurückliegende Jahr zu erwartende Dividende erklärte Müller, die Commerzbank habe "den Markterwartungen nicht widersprochen, die im Moment zirkulieren."

Mitte November hatte Müller bereits eine Ausschüttung von 0,50 Euro je Aktie in Aussicht gestellt und dabei auf die entsprechende Markterwartung verwiesen. Im vergangenen Jahr hatte die Bank ihren Anteilseignern 0,25 Euro je Aktie gezahlt. Zugleich schränkte der Commerzbank-Vorstandssprecher aber ein, dass die Bank, "wenn der Ertrag besser als erwartet ausfällt, wir auch in der Lage sein müssen, mal wieder etwas in die Rücklagen zu tun".

Möglicherweise bietet sich dazu demnächst auch die Chance bei einem Investment in Asien. Zu den Mutmaßungen um einen zügigen Verkauf der Anteile an der Korean Exchange Bank (KEB), an der die Commerzbank Anteile in Höhe von 14,6 Prozent hält, erklärte der Vorstandsvorsitzende: Falls es zu einem Verkauf komme, würden wohl auch die Commerzbank-Anteile veräußert. Am Vortag hatte die KEB-Mehrheitsaktionärin Loan Star die Citigroup  beauftragt, den Verkaufsprozess für das koreanische Institut einzuleiten. Die Commerzbank wird ihre Anteile Beobachtern zufolge voraussichtlich zusammen mit Loan Star veräußern.

Kaufgerücht treibt Aareal-Aktienkurs

Müller hatte zuvor am Rande einer Konferenz in Vallendar bei Koblenz Marktspekulationen zurückgewiesen, die Commerzbank wolle die Wiesbadener Immobilienbank Aareal Bank  kaufen. "Das scheinen mir Gerüchte zu sein", hatte Müller gesagt, der auch Präsident des Bundesverbandes deutscher Banken ist. Für die Eurohypo hatte die Bank bereits 4,5 Milliarden Euro ausgegeben.

Trotz Müllers Aussagen verteuerten sich die im Nebenwerte-Index MDax  notierten Aareal-Aktien zeitweise um mehr als vier Prozent auf ein Rekordhoch von 34,40 Euro und schlossen 3,6 Prozent im Plus.

Die Analysten von Merck Finck stuften die Aareal-Aktie auf "Sell" von "Buy" zurück. "Wir glauben, dass diese Übernahmegerüchte nicht realistisch sind", teilte Merck Finck mit.

DPA, Reuters, VWD

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