AEG Streik im Stammwerk

In dem von Schließung bedrohten Nürnberger AEG-Werk sind die Proteste nach ergebnislosen Verhandlungen erneut aufgeflammt. Nach einer Demonstration am Morgen entschlossen sich die Beschäftigten zu einer spontanen 24-stündigen Arbeitsniederlegung. Die Arbeitgeberseite kündigte ein verbessertes Angebot für die nächsten Gespräche an.

Nürnberg - "Das ist der Vorgriff auf den großen Arbeitskampf", sagte der Betriebsratsvorsitzende Harald Dix. Von der für Ende 2007 geplanten Schließung des Hausgerätewerks sind rund 1750 Mitarbeiter betroffen.

Ebenso wie Vertreter der IG Metall zeigte sich auch Dix skeptisch, dass es bei den am Montag in München begonnenen Sozialtarifverhandlungen zu einer Einigung kommt. Die Belegschaft sei außerdem wütend darüber, dass der schwedische AEG-Mutterkonzern Electrolux  offenbar nicht mehr als einen Sozialplan anbieten wolle.

Die Geschäftsleitung plant nach Dix' Angaben ein Angebot, das sich weitgehend an den Sozialplänen orientiere, die bei der Schließung der früheren AEG-Standorte Kassel und Herborn vereinbart worden waren. "Das entspräche lediglich 25 bis 30 Prozent unseres Forderungspaket", sagte Dix. Dies sei für die Beschäftigten nicht akzeptabel.

"20 Prozent über den Mindeststandards"

Die erste Runde der Verhandlungen über einen Sozialtarifvertrag war am Montagabend nach rund vierstündiger Dauer ergebnislos vertagt worden. Der stellvertretende IG Metall-Chef Jürgen Wechsler hatte nach der Auftaktrunde erklärt, er habe den Eindruck, dass die beiden Parteien "meilenweit voneinander entfernt" seien.

Die Arbeitgeberseite hat für die zweite Runde ein Angebot angekündigt. Dies werde rund 20 Prozent über den gesetzlichen Mindeststandards liegen, sagte ein Sprecher.

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