Airbus BMW soll es richten

Der Flugzeughersteller Airbus holt sich branchenfremde Hilfe für die Entwicklung seines neuen Großraumflugzeugs A350. Für das Projekt soll erstmals die Design-Erfahrung des Autoherstellers BMW genutzt werden.

Düsseldorf - "BMW-Designworks arbeitet an dem Flugzeug mit", sagte ein Unternehmenssprecher dem "Handelsblatt", ohne Details und Umfang des Engagements zu nennen. Auch ein Airbus-Sprecher bestätigte die Kooperation zwischen dem Flugzeug- und dem Autohersteller.

Branchenkreisen zufolge arbeiten die BMW-Designer an der Gestaltung einer Flugzeugkabine, die neue Maßstäbe im Passagierverkehr setzen und Fluggästen ab 2010 deutlich mehr Komfort bieten soll als bisher. Airbus reagiert damit auf den Markterfolg des direkten Konkurrenzmodells Boeing 787.

Nach inzwischen 350 Bestellungen und Kaufverpflichtungen für das Flugzeug mit dem Spitznamen "Dreamliner" spricht der US-Konzern lange vor dem Ende 2007 geplanten Erstflug von der erfolgreichsten Markteinführung aller Zeiten. Damit Airbus bald eine überzeugende Antwort auf das grundlegend neue Design der 787 findet, soll BMW  nun frische Impulse von außen bringen.

Das BMW-Büro für Produktgestaltung wird von Los Angeles und München aus wie ein Profitcenter geführt. Zu den Kunden der insgesamt 130 BMW-Designer zählen Firmen wie Siemens , Nokia  oder Hewlett-Packard .

Im Bereich Luftfahrt ist BMW Designworks seit geraumer Zeit mit der Gestaltung von Business-Jets und Flugzeugsitzen aktiv. Airbus-Chef Gustav Humbert sucht derzeit weltweit nach freien Ingenieurskapazitäten, um Boeing  im Massenmarkt der mittelgroßen Langstreckenflugzeuge nicht zu weit enteilen zu lassen.

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