AHBR Widerstand gegen Sanierung

Die US-Beteiligungsgesellschaft Lone Star muss offenbar mit Widerstand gegen ihre harten Sanierungspläne für die Hypothekenbank AHBR rechnen. Die Zeichner stiller Einlagen bei der Bank wollen den angekündigten Milliardenverlust, an dem sie beteiligt wären, laut Zeitungsbericht nicht kampflos hinnehmen.

Frankfurt am Main - Bei den alten Kapitalgebern heiße es, grundsätzlich könnten stille Einleger eine eigene Prüfung des Jahresabschlusses der betroffenen Gesellschaft sowie der Prinzipien der Rechnungslegung verlangen. Das meldet die "Financial Times Deutschland" unter Berufung auf Kreise der früheren Kapitalgeber der AHBR, denen der Verlust eines großen Teils ihrer stillen Einlagen und Genussscheine droht.

Moniert werde unter anderem, dass die AHBR in ihrem Zwischenbericht zum 30. September für das Gesamtjahr von einem kleinen Gewinn ausgegangen war. "Jetzt stellt man um und zeigt einen großen Verlust. Wir wollen wissen, worauf die neue Bilanzpolitik beruht", wird ein Insider zitiert.

Daüber hinaus sei fraglich, wer den drohenden Verlust zu tragen habe und was in diesem Zusammenhang aus dem von dem früheren Bundesbankpräsidenten Ernst Welteke treuhänderisch verwalteten Fonds geworden sei. In diesen hätten die früheren AHBR-Eigentümer, Gewerkschaften und der Deutsche Beamtenbund zur Abschirmung alter AHBR-Risiken 600 Millionen Euro eingezahlt. Bekannt sei nur, dass diese Mittel einem anderen Treuhänder übertragen worden seien.

AHBR hatte am Montag angekündigt, dass in der Bilanz des Jahres 2005 sämtliche drohenden Verluste und Wertberichtigungen aufgedeckt und realisiert werden sollen. Dadurch werde ein Bilanzverlust von 1,1 bis 1,3 Milliarden Euro entstehen, der von stillen Einlegern und Genussscheininhabern anteilig mitgetragen werden müsse.

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.