Übernahme in USA BASF bietet fünf Milliarden Dollar

Milliardeninvestitionen in China und Russland sind dem weltgrößten Chemiekonzern BASF nicht genug. Das Unternehmen will nun auch den amerikanischen Konzern Engelhard für 4,9 Milliarden Dollar übernehmen. Das Angebot stößt bei Engelhard – und zunächst auch bei den BASF-Aktionären - auf wenig Gegenliebe.

Ludwigshafen - Das Barangebot belaufe sich auf 37 Dollar je Aktie, teilte BASF am Dienstag mit. Mit der Übernahme würde BASF nach eigenen Angaben zu einem weltweit führenden Anbieter im Katalysatormarkt werden. Die Engelhard Corporation aus Iselin in New Jersey ist ein Anbieter von Materialien für die Katalyse und Oberflächenveredlung.

Die Aktie von BASF  gab unmittelbar nach Bekanntgabe der ad-hoc-Mitteilung deutlich nach. Wie BASF weiter mitteilte, entspreche der Kaufpreis einer Prämie von 23 Prozent auf den Schlusskurs der Engelhard-Aktie vom 20. Dezember 2005 von 30,05 US-Dollar sowie einer Prämie von 30 Prozent gegenüber dem Kursmittel der letzten 90 Tage von 28,42 US-Dollar.

Feindliche Übernahme

BASF glaubt, dass das Angebot "eine außergewöhnliche Chance" für die Engelhard-Aktionäre sei. Besondere Genehmigungshürden seien nicht zu erwarten, berichtete BASF. Allerdings stößt die Übernahmeofferte beim Engelhard-Management auf wenig Gegenliebe: BASF habe sich vergeblich bemüht, mit dem Board of Directors und dem Management von Engelhard eine einvernehmliche Transaktion zu vereinbaren. Dies hätte es ermöglicht, den Kaufpreis um einen Dollar je Aktie zu erhöhen.

BASF beabsichtigt nun, in Kürze ein Angebot zum Erwerb aller Stammaktien von Engelhard, das den üblichen Bedingungen unterliegt, mit den erforderlichen Angebotsunterlagen bei der US Securities and Exchange Commission (SEC) einzureichen.

Zahlreiche Investitionen

Mit Investitionen ist der BASF-Konzern derzeit nicht kleinlich: BASF hatte im Oktober angekündigt, seine Investitionen in Europa auf jährlich eine Milliarde Euro zu erhöhen.

Im Sommer 2005 hatte die neue Verbundanlage im chinesischen Nanjing den Betrieb aufgenommen, in deren Aufbau BASF rund 1,5 Milliarden Euro investiert hatte. Zudem hat sich BASF über die Tochter Wintershall am Aufbau der Ostseepipeline von Russland nach Deutschland beteiligt.