Milliardenloch AHBR braucht frisches Geld

Die angeschlagene Hypothekenbank AHBR erwartet für das abgelaufene Geschäftsjahr einen Milliardenverlust. Der neue Eigentümer Lone Star will dem Institut nun neues Eigenkapital zuführen.

Frankfurt am Main - Der Nachsteuerverlust wird sich nach vorläufigen Schätzungen zwischen 1,1 und 1,3 Milliarden Euro bewegen, teilte die Ende des vergangenen Jahres von der US-Investment-Gesellschaft Lone Star übernommene Allgemeine Hypothekenbank Rheinboden (AHBR) mit. Das von Genussscheingläubigern und stillen Beteiligten bereitgestellte haftende Eigenkapital werde zur Verlustdeckung "maßgeblich in Anspruch genommen", erklärte das Institut weiter.

Die vor allem von Privatanlegern gehaltenen Genussscheine summierten sich per 30. September 2005 auf 567 Millionen Euro, die stillen Einlagen auf 372 Millionen Euro. Es werde für 2005 keine Zinsausschüttung geben, auch der Rückzahlungsanspruch werde "drastisch reduziert", erläuterte ein Sprecher.

Genaueres könne aber erst mitgeteilt werde, wenn der Jahresabschluss 2005 testiert sei - damit sei laut Sprecher Ende des ersten Quartals zu rechnen. Gläubiger nachrangiger Namens- und Inhaberschuldverschreibungen sind von der Maßnahme den Angaben zufolge aber nicht betroffen.

Hintergrund der Maßnahmen sind die abschließende Realisierung von Verlusten aus belasteten Zinspositionen und die Neubewertung der Kreditbestände im Zuge einer umfassenden Restrukturierung und Neupositionierung der Bank nach der nunmehr abgeschlossenen Übernahme durch Lone Star.

Wie es weiter hieß, wird Lone Star der AHBR mit Beginn des Geschäftsjahres 2006 neues Eigenkapital "in angemessener Höhe" zuführen. Konkrete Ziffern wollte der Sprecher nicht nennen. Die Kernkapitalquote von derzeit 5,1 Prozent solle aber "deutlich ausgeweitet werden".

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