Hypothekenbank AHBR verklagt Ex-Vorstände

Eine der größten finanziellen Schieflagen in der deutschen Wirtschaftsgeschichte wird nun vor dem Landgericht Frankfurt verhandelt. Die Hypothekenbank AHBR verklagt ihre ehemaligen Vorstände auf Zahlungen über insgesamt 250 Millionen Euro.

Frankfurt am Main - Die Hypothekenbank AHBR hat ihren ehemaligen Vorstandsvorsitzenden Horst Alexander Spitzkopf sowie dessen damalige, mittlerweile ebenfalls ausgeschiedenen Vorstandskollegen auf Zahlung von 250 Millionen Euro verklagt. Dies berichtet DER SPIEGEL in seiner neuen Ausgabe.

Die AHBR hatte nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 den Zinsanstieg falsch eingeschätzt. Als Konsequenz mussten die AHBR-Eigner, die Gewerkschaftsholding BGAG und der Baufinanzierer BHW, über 1,2 Milliarden Euro zur Absicherung dem Kreditinstitut zuführen.

Vorstände gelten als liquide

Nun macht die Klägerin "erhebliche Pflichtverletzungen" der Ex-Vorstände geltend. Bei einem ersten Gerichtstermin regte Stefan Möller, der Vorsitzende Richter der 9. Kammer für Handelssachen beim Landgericht Frankfurt, eine Vergleichszahlung der beklagten Vorstände in Höhe von 25 bis 50 Millionen Euro an.

Die Vorstände gelten als liquide, weil die AHBR für sie eine Haftpflichtversicherung beim US-Versicherer AIG abgeschlossen hatte. Wenn sich Kläger und Beklagte in den kommenden Wochen nicht auf einen Vergleich einigen, wird der Prozess am 25. Januar fortgesetzt.

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.