Stellenabbau bei Daimler 100.000 Euro und tschüss?

Ob sich eine Frühpensionierung bei Mercedes wirklich lohnt, das wollen die Betroffen vom Unternehmen genau errechnet haben. manager-magazin.de schlüpfte in die Rolle eines Kfz-Meisters und sprach mit der Personalabteilung über die Abfindungssumme.
Von Christian Buchholz

Stuttgart - Von 8500 Mitarbeitern will sich die Mercedes Car Group in Deutschland möglichst zügig trennen. Dafür stellt das Management ein Budget von 950 Millionen Euro bereit, das den Betroffenen den Abschied erleichtern kann. Die Entscheidung ist allerdings nicht nur mental fordernd. Auch die finanziellen Möglichkeiten wollen gründlich ausgelotet sein. Zumal die jüngsten Maßnahmen der Bundesregierung zum Thema sich deutlich auswirken werden.

Wie läuft ein Beratungsgespräch im Mercedes-Werk? manager-magazin.de stellte in Gestalt des fiktiven Kfz-Meisters Max Mustermann Fragen an einen Personalberater von DaimlerChrysler - und erhielt interessante Antworten.*

Mustermann: Ich bin 52 Jahre alt, seit 20 Jahren im Unternehmen und verdiene 40.000 Euro brutto pro Jahr. Welche finanziellen Abstriche muss ich machen, wenn ich jetzt freiwillig gehe?

DaimlerChrysler: Ab morgen (1. Dezember) können die Jahrgänge 53, 52 und 51 - und somit auch Sie - die so genannte Frühpensionierung abschließen. Die Frühpensionierung ist auch eine Ausscheidensvereinbarung, durch welche Sie das Unternehmen verlassen.

Mustermann: Ausscheidensvereinbarung? Also lassen Sie mich vielleicht gar nicht gehen, obwohl ich dazu bereit wäre?

DaimlerChrysler: Das kann passieren. Es gilt das Prinzip der "doppelten Freiwilligkeit". Es kann also nicht jeder Mitarbeiter, der dafür in Frage käme, dieses Angebot annehmen. Beide handeln freiwillig - Mitarbeiter und Unternehmen. Sowohl Mitarbeiter als auch Unternehmen können zum Ausscheiden Nein sagen.

Mustermann: Oha, dann habe ich mich wohl eben bei Ihnen nicht gerade beliebter gemacht.

DaimlerChrysler: Wenn Sie uns mitteilen, Sie könnten sich ein Ausscheiden vorstellen, bedeutet das doch nicht automatisch, dass wir Sie als unmotiviert abstempeln. Es ist doch nur so, dass Sie sich Gedanken über eine möglicherweise abgeänderte Lebensplanung machen - und daran ist nichts Verwerfliches. Andererseits müssen Sie aber auch verstehen, dass das Unternehmen möglicherweise nicht auf Sie verzichten möchte.

* Die Antworten stammen von der Sprecherin für Personalthemen bei DaimlerChrysler

Bis zur Rente 80 Prozent vom Netto?

Mustermann: Angenommen, wir werden uns einig. Ich habe gehört, dass ich dann bis zur Rente 80 Prozent meines aktuellen Nettogehalts ausgezahlt bekomme.

DaimlerChrysler: Bei Abschluss der Frühpensionierung erhalten Sie eine Abfindung. Die Abfindungssumme dient zur Überbrückung der Zeit von Austritt aus dem Unternehmen bis zum frühestmöglichen Renteneintrittsalter (zum Beispiel 62 Jahre).

80 Prozent Ihres durchschnittlichen Netto-Monatseinkommens, das heißt also ohne Einmalzahlungen wie Weihnachts- oder Urlaubsgeld, ist die Basis zur Berechnung Ihrer Abfindungssumme.

Volkswagen - Seit Anfang September ist es amtlich: Europas größter Autobauer will 10.000 Stellen einsparen. Der Betriebsrat ist durch einen Sex-Skandal geschwächt und hat Verhandlungsbereitschaft signalisiert. Dass erst ein Jahr zuvor eine Beschäftigungsgarantie bis 2011 als Gegenleistung für eine zweijährige Einkommensnullrunde gegeben wurde, soll kein Hindernis sein. Bereits seit einigen Jahren ist es Strategie des Hauses, möglichst viele Mitarbeiter aus dem sehr arbeitnehmerfreundlichen Haustarifvertrag hinaus zu komplimentieren. Dabei machte die Auto 5000 GmbH (Foto) Furore, die, als Instrument der Arbeitsplatzsicherung verstanden, eine deutlich kargere Entlohnung bietet.

Volkswagen - Seit Anfang September ist es amtlich: Europas größter Autobauer will 10.000 Stellen einsparen. Der Betriebsrat ist durch einen Sex-Skandal geschwächt und hat Verhandlungsbereitschaft signalisiert. Dass erst ein Jahr zuvor eine Beschäftigungsgarantie bis 2011 als Gegenleistung für eine zweijährige Einkommensnullrunde gegeben wurde, soll kein Hindernis sein. Bereits seit einigen Jahren ist es Strategie des Hauses, möglichst viele Mitarbeiter aus dem sehr arbeitnehmerfreundlichen Haustarifvertrag hinaus zu komplimentieren. Dabei machte die Auto 5000 GmbH (Foto) Furore, die, als Instrument der Arbeitsplatzsicherung verstanden, eine deutlich kargere Entlohnung bietet.

Siemens - Die Drohung von 2004, rund 2000 Stellen in der Handysparte zu streichen, wirbelte viel Staub auf. Mit spürbaren Ergebnissen: In zwei nordrhein-westfälsichen Werken wurde die Arbeitszeit ohne Lohnausgleich auf 40 Wochenstunden erhöht. Inzwischen ist die Handysparte verkauft. Die Kürzungsrunden indes gehen weiter, auch wenn man die Meldungen im Wahl-Krimi des politischen Herbstes fast überhört. Beim IT-Dienstleister SBS sollen 2400 Stellen wegfallen, weiterer Arbeitsplatzabbau ist im Kommunikationsbereich geplant. Nach Informationen des manager magazins werden in den kommenden eineinhalb Jahren bei der Sparte Com weltweit 4200 Stellen gestrichen, davon 2860 in Deutschland.

Siemens - Die Drohung von 2004, rund 2000 Stellen in der Handysparte zu streichen, wirbelte viel Staub auf. Mit spürbaren Ergebnissen: In zwei nordrhein-westfälsichen Werken wurde die Arbeitszeit ohne Lohnausgleich auf 40 Wochenstunden erhöht. Inzwischen ist die Handysparte verkauft. Die Kürzungsrunden indes gehen weiter, auch wenn man die Meldungen im Wahl-Krimi des politischen Herbstes fast überhört. Beim IT-Dienstleister SBS sollen 2400 Stellen wegfallen, weiterer Arbeitsplatzabbau ist im Kommunikationsbereich geplant. Nach Informationen des manager magazins werden in den kommenden eineinhalb Jahren bei der Sparte Com weltweit 4200 Stellen gestrichen, davon 2860 in Deutschland.

Foto: DPA
KarstadtQuelle - Missmanagement hat den Warenhaus- und Versandkonzern in eine Krise gebracht, beschleunigt durch die anhaltende Konsumflaute in Deutschland. Die gute Nachricht: Die Rettung scheint zu gelingen, der neue Vorstandschef Thomas Middelhoff (Foto, auf der Hauptversammlung im Mai) strukturiert eifrig um. Dabei stößt er nicht nur unrentable Teile ab, sondern auch unrentable Manager. Die schlechte Nachricht: Insgesamt wird die Rettungsaktion 5500 Stellen kosten.

KarstadtQuelle - Missmanagement hat den Warenhaus- und Versandkonzern in eine Krise gebracht, beschleunigt durch die anhaltende Konsumflaute in Deutschland. Die gute Nachricht: Die Rettung scheint zu gelingen, der neue Vorstandschef Thomas Middelhoff (Foto, auf der Hauptversammlung im Mai) strukturiert eifrig um. Dabei stößt er nicht nur unrentable Teile ab, sondern auch unrentable Manager. Die schlechte Nachricht: Insgesamt wird die Rettungsaktion 5500 Stellen kosten.

Foto: DDP
Deutsche Bank - Peanuts und Victory: Die Deutsche Bank gilt als das Paradebeispiel für Gewinnmaximierung bei gleichzeitiger Personalminimierung, und nicht allein deshalb, weil Bankchef Josef Ackermann (Foto, beim Mannesmann-Prozess) unfreiwillig zum Symbol geworden ist. Trotz Rekordgewinn wurde kürzlich der Abbau von 6400 Stellen weltweit angekündigt, davon zwischen 1900 und 2400 in Deutschland.

Deutsche Bank - Peanuts und Victory: Die Deutsche Bank gilt als das Paradebeispiel für Gewinnmaximierung bei gleichzeitiger Personalminimierung, und nicht allein deshalb, weil Bankchef Josef Ackermann (Foto, beim Mannesmann-Prozess) unfreiwillig zum Symbol geworden ist. Trotz Rekordgewinn wurde kürzlich der Abbau von 6400 Stellen weltweit angekündigt, davon zwischen 1900 und 2400 in Deutschland.

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HypoVereinsbank - "Anpassung an die Mengengerüste" nennt die Bank ihren jüngsten Plan, 2400 ihrer 26.300 Arbeitsplätze in Deutschland zu streichen. Seit der Übernahme durch Unicredit sind noch höhere Zahlen im Spiel, bis zu 4200. Das ist aber nicht alles: Seit 2001 sind bei der HypoVereinsbank bereits 8000 Arbeitsplätze gestrichen worden.

HypoVereinsbank - "Anpassung an die Mengengerüste" nennt die Bank ihren jüngsten Plan, 2400 ihrer 26.300 Arbeitsplätze in Deutschland zu streichen. Seit der Übernahme durch Unicredit sind noch höhere Zahlen im Spiel, bis zu 4200. Das ist aber nicht alles: Seit 2001 sind bei der HypoVereinsbank bereits 8000 Arbeitsplätze gestrichen worden.

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Opel - Erst verkündete General Motors einen großen Quartalsgewinn, zwei Monate später folgte die Ankündigung, bei der deutschen Tochter Opel 9500 Arbeitsplätze zu streichen. Das bringt die Kollegen in Bochum im Oktober 2004 auf die Barrikaden. Sie wagen das inzwischen fast Undenkbare und treten in den Ausstand, sechs Tage lang. 50.000 GM-Beschäftigte europaweit protestieren, auch wenn die meisten von ihnen weiterarbeiten. Vorbei der Aufruhr. Inzwischen ist nur noch von 4000 Stellenstreichungen in Bochum die Rede, von denen mehr als die Hälfte über Altersteilzeit realisiert werden soll. Die Zukunftssignale sind widersprüchlich. Einerseits heißt es, die Bedeutung Opels im Konzern steige, und damit auch der Bedarf an Arbeitskräften. Andererseits sollen rund 1000 Servicemitarbeiter in ein Joint Venture mit Caterpillar ausgelagert werden. GM hat seine Krise noch nicht überwunden.

Opel - Erst verkündete General Motors einen großen Quartalsgewinn, zwei Monate später folgte die Ankündigung, bei der deutschen Tochter Opel 9500 Arbeitsplätze zu streichen. Das bringt die Kollegen in Bochum im Oktober 2004 auf die Barrikaden. Sie wagen das inzwischen fast Undenkbare und treten in den Ausstand, sechs Tage lang. 50.000 GM-Beschäftigte europaweit protestieren, auch wenn die meisten von ihnen weiterarbeiten.

Vorbei der Aufruhr. Inzwischen ist nur noch von 4000 Stellenstreichungen in Bochum die Rede, von denen mehr als die Hälfte über Altersteilzeit realisiert werden soll. Die Zukunftssignale sind widersprüchlich. Einerseits heißt es, die Bedeutung Opels im Konzern steige, und damit auch der Bedarf an Arbeitskräften. Andererseits sollen rund 1000 Servicemitarbeiter in ein Joint Venture mit Caterpillar ausgelagert werden. GM hat seine Krise noch nicht überwunden.

Foto: DDP
Infineon - Kurz vor der Bundestagswahl fiel die Entscheidung: Das Chipwerk in Neuperlach (Foto) wird nicht, wie zunächst gehofft, an den Konkurrenten X-Fab verschenkt. Die Produktion läuft 2007 aus - und damit die Daseinsberechtigung für 800 Arbeitsplätze. Für das Dresdner Werk wurden in diesem Sommer vage Kürzungen von "60 bis 470 Stellen" avisiert. Die ersten Schritte dieser Art sind das nicht, 2002 strich Infineon bereits 1600 Arbeitsplätze. Und bei nach wie vor schlechten Bilanzen wird Neuperlach nicht der letzte Verliererstandort gewesen sein.

Infineon - Kurz vor der Bundestagswahl fiel die Entscheidung: Das Chipwerk in Neuperlach (Foto) wird nicht, wie zunächst gehofft, an den Konkurrenten X-Fab verschenkt. Die Produktion läuft 2007 aus - und damit die Daseinsberechtigung für 800 Arbeitsplätze. Für das Dresdner Werk wurden in diesem Sommer vage Kürzungen von "60 bis 470 Stellen" avisiert. Die ersten Schritte dieser Art sind das nicht, 2002 strich Infineon bereits 1600 Arbeitsplätze. Und bei nach wie vor schlechten Bilanzen wird Neuperlach nicht der letzte Verliererstandort gewesen sein.

Foto: DDP
Deutsche Telekom - Der frühere Staatsbetrieb hat seit seiner Privatisierung 1995 im Durchschnitt 10.000 Stellen pro Jahr gestrichen - das sind 100.000 Jobs bis Ende 2004, als die Telekom weltweit noch knapp 250.000 Mitarbeiter beschäftigte. Der Jobabbau war allerdings nicht immer mit groß angelegten Entlassungswellen verbunden, und mehrere Tausend Mitarbeiter wurden in Beschäftigungsgesellschaften geparkt. Im Frühjahr 2004 wurde ein Beschäftigungspakt mit den Arbeitnehmervertretern vereinbart, wonach die Telekom bis Ende 2008 bei 120.000 Mitarbeitern in der Dachgesellschaft und der Festnetzsparte auf betriebsbedingte Kündigungen verzichtet. Ausgenommen von der Regelung sind allerdings die übrigen Sparten T-Systems, T-Mobile, T-Online und die Festnetzabteilung T-Com. . Im November ließ die Telekom die Katze aus dem Sack: 32.000 weitere Mitarbeiter sollen bis 2008 gehen, überwiegend aus der Sparte T-Com. Die Börse reagierte auf dieses Radikalprogramm mit Kursgewinnen: Offenbar hat es bei der Telekom aus Sicht der Börse nicht genug reguläre Kündigungswellen gegeben.

Deutsche Telekom - Der frühere Staatsbetrieb hat seit seiner Privatisierung 1995 im Durchschnitt 10.000 Stellen pro Jahr gestrichen - das sind 100.000 Jobs bis Ende 2004, als die Telekom weltweit noch knapp 250.000 Mitarbeiter beschäftigte. Der Jobabbau war allerdings nicht immer mit groß angelegten Entlassungswellen verbunden, und mehrere Tausend Mitarbeiter wurden in Beschäftigungsgesellschaften geparkt.

Im Frühjahr 2004 wurde ein Beschäftigungspakt mit den Arbeitnehmervertretern vereinbart, wonach die Telekom bis Ende 2008 bei 120.000 Mitarbeitern in der Dachgesellschaft und der Festnetzsparte auf betriebsbedingte Kündigungen verzichtet. Ausgenommen von der Regelung sind allerdings die übrigen Sparten T-Systems, T-Mobile, T-Online und die Festnetzabteilung T-Com. .

Im November ließ die Telekom die Katze aus dem Sack: 32.000 weitere Mitarbeiter sollen bis 2008 gehen, überwiegend aus der Sparte T-Com. Die Börse reagierte auf dieses Radikalprogramm mit Kursgewinnen: Offenbar hat es bei der Telekom aus Sicht der Börse nicht genug reguläre Kündigungswellen gegeben.

Foto: Telekom


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Mustermann: Bekomme ich das Geld monatlich überwiesen?

DaimlerChrysler: Nein. Die Frühpensionierung ist eine Ausscheidensvereinbarung. Sie beenden also Ihr Arbeitsverhältnis mit dem Unternehmen und erhalten eine Abfindung. Die Abfindung wird mit Austritt in einer Summe auf einmal bezahlt, danach erhalten Sie bis zur Rente keine Leistungen mehr.

Mustermann: Die Steuern zahle ich dann auch auf einen Schlag?

DaimlerChrysler: Ja, das hat der Gesetzgeber so geregelt. Ein Teil der Abfindung ist derzeit noch steuerfrei. Für Mitarbeiter bis 50 Jahre sind es 7200 Euro, ab 50 Jahre erhöht sich der Betrag auf 9000 Euro, ab 55 Jahre sind es 11.000 Euro. Auf den Rest müssen Sie Lohnsteuer, Solidarbeitrag und Kirchensteuer entrichten.

Mustermann: Ich rechne also für mich rund 2000 Euro netto mal 108 Monate - das macht 216.000 Euro. 80 Prozent davon wären rund 173.000 Euro. Davon wird mir das Arbeitslosengeld abgezogen, das der Staat für 26 Monate zahlt - also rund 45.000 Euro. Dann rechne ich noch ein Drittel für die Steuern ab und lande bei rund 90.000 Euro netto. Ob die reichen ...?

DaimlerChrysler: Moment, es gibt da noch einige weitere Positionen, die zu berücksichtigen sind. Ihre Abfindung wird höher ausfallen, weil wir Ihnen für die zu überbrückenden Jahre einen Zuschuss zur Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung in die Abfindung mit einberechnen.

Dieser Zuschuss zur freiwilligen Weiterversicherung entspricht der Höhe nach dem Arbeitgeberanteil. Sie wissen, dass dies derzeit insgesamt rund 17,5 Prozent von Ihrem Bruttolohn ausmacht (für Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung).

Übrigens: Die von Ihnen überschlagene Abfindungssumme ist noch etwas höher, da Sie für die ersten drei Monate nach Austritt eine Abfindung in Höhe von 100 Prozent Ihres durchschnittlichen Brutto-Monatsentgelts erhalten - also ein dreifaches Brutto-Monatsentgelt. Diesen Betrag rechnen wir auch in die Abfindungssumme hinein und zwar als Ausgleich für die vom Gesetzgeber vorgeschriebene Sperrfrist von zwölf Wochen. Hiernach zahlt die Bundesagentur für Arbeit bei Beendigung eines Arbeitsverhältnisses ohne wichtigen Grund - eben beispielsweise durch freiwilliges Ausscheiden - die ersten zwölf Wochen kein Arbeitslosengeld.

Und noch was: Für Schnellentschlossene gibt es einen Turbo-Zuschlag von 10.000 Euro oben drauf.

Sind die Verträge zukunftssicher?

Mustermann: Das ist kompliziert, ich weiß nicht, ob ich alles richtig verstanden habe ...

DaimlerChrysler: Selbstverständlich rechnen wir Ihnen alles auf den Euro genau aus.

Wichtig für Ihre Berechnung ist aber auch die Zahlung des Arbeitslosengelts durch den Staat, Ihre Steuerklasse, sonstige private Einnahmen wie Miete und Pacht oder auch Ihre freiwillige Sozialversicherung. Sie sollten unser Angebot auf alle Fälle mit Ihrem Steuerberater oder Rechtsanwalt durchsprechen.

Mustermann: Stimmte denn eigentlich meine Summe zum Arbeitslosengeld I ungefähr?

DaimlerChrysler: Ja. Es wird derzeit noch für 26 Monate gezahlt, als Familienvater erhalten Sie dann 67 Prozent Ihres Bruttogehalts.

Mustermann: Aber derzeit plant die Regierung, die Zahlungen nicht mehr 26, sondern nur noch zwölf Monate zu leisten.

DaimlerChrysler: Das ist richtig.

Mustermann: Für mich bedeutet das also eine Unsicherheit. Die könnte beseitigt werden, indem im Aufhebungsvertrag vermerkt wird, dass im Falle einer gesetzlichen Änderung zu meinem Nachteil der Konzern für die Differenz einspringt. Ist das möglich?

DaimlerChrysler: Verabschiedete und bekannte Gesetzesänderungen haben wir bei der Berechnung Ihrer Abfindung bereits berücksichtigt. Gesetzesänderungen, die danach erfolgen, können wir nicht mehr berücksichtigen. Dies gilt für beide Seiten. Erfolgt zum Beispiel eine Änderung Ihrer Krankenversicherungsbeiträge zu Ihren Gunsten, so holen wir uns auch nichts mehr von Ihnen wieder.

Mustermann: Ab wann wird mir die Betriebsrente gezahlt? Die staatliche Rente erhalte ich als Arbeitsloser möglicherweise bereits ab 62 Jahren - allerdings reduziert um 0,3 Prozent pro Monat der Inanspruchnahme vor Alter 65. Wird die Betriebsrente auch von meinem 62. Lebensjahr an gezahlt?

DaimlerChrysler: Ja, sobald Sie die gesetzliche Rente erhalten, erhalten Sie auch die Betriebsrente.

Mustermann: Mit der Abfindungssumme könnte ich sicherlich die rund neun Jahre, in denen weder Rente noch staatliche Unterstützung gezahlt werden - denn für Sozialhilfe habe ich ja zu viel Geld auf der hohen Kante - überbrücken. Ich werde das noch einmal mit meiner Familie diskutieren und gebe Ihnen in den nächsten Tagen Bescheid.

DaimlerChrysler: Lassen Sie sich Zeit, eine solche Entscheidung sollte man schließlich nicht überstürzen. Bitte sprechen Sie auch mit Ihrem Steuerberater oder Rechtsanwalt.

Mustermann: Da fällt mir noch ein: Können Sie mir das Geld, das auf meinem Konto der betrieblichen Altersvorsorge lagert, bereits mit 53 Jahren ausbezahlen?

DaimlerChrysler: Das ist noch nicht möglich. Ihre Betriebsrente erhalten Sie, sobald Sie Ihre gesetzliche Rente erhalten.

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