Stellenabbau bei Daimler 100.000 Euro und tschüss?

Ob sich eine Frühpensionierung bei Mercedes wirklich lohnt, das wollen die Betroffen vom Unternehmen genau errechnet haben. manager-magazin.de schlüpfte in die Rolle eines Kfz-Meisters und sprach mit der Personalabteilung über die Abfindungssumme.
Von Christian Buchholz
Volkswagen - Seit Anfang September ist es amtlich: Europas größter Autobauer will 10.000 Stellen einsparen. Der Betriebsrat ist durch einen Sex-Skandal geschwächt und hat Verhandlungsbereitschaft signalisiert. Dass erst ein Jahr zuvor eine Beschäftigungsgarantie bis 2011 als Gegenleistung für eine zweijährige Einkommensnullrunde gegeben wurde, soll kein Hindernis sein. Bereits seit einigen Jahren ist es Strategie des Hauses, möglichst viele Mitarbeiter aus dem sehr arbeitnehmerfreundlichen Haustarifvertrag hinaus zu komplimentieren. Dabei machte die Auto 5000 GmbH (Foto) Furore, die, als Instrument der Arbeitsplatzsicherung verstanden, eine deutlich kargere Entlohnung bietet.

Volkswagen - Seit Anfang September ist es amtlich: Europas größter Autobauer will 10.000 Stellen einsparen. Der Betriebsrat ist durch einen Sex-Skandal geschwächt und hat Verhandlungsbereitschaft signalisiert. Dass erst ein Jahr zuvor eine Beschäftigungsgarantie bis 2011 als Gegenleistung für eine zweijährige Einkommensnullrunde gegeben wurde, soll kein Hindernis sein. Bereits seit einigen Jahren ist es Strategie des Hauses, möglichst viele Mitarbeiter aus dem sehr arbeitnehmerfreundlichen Haustarifvertrag hinaus zu komplimentieren. Dabei machte die Auto 5000 GmbH (Foto) Furore, die, als Instrument der Arbeitsplatzsicherung verstanden, eine deutlich kargere Entlohnung bietet.

Siemens - Die Drohung von 2004, rund 2000 Stellen in der Handysparte zu streichen, wirbelte viel Staub auf. Mit spürbaren Ergebnissen: In zwei nordrhein-westfälsichen Werken wurde die Arbeitszeit ohne Lohnausgleich auf 40 Wochenstunden erhöht. Inzwischen ist die Handysparte verkauft. Die Kürzungsrunden indes gehen weiter, auch wenn man die Meldungen im Wahl-Krimi des politischen Herbstes fast überhört. Beim IT-Dienstleister SBS sollen 2400 Stellen wegfallen, weiterer Arbeitsplatzabbau ist im Kommunikationsbereich geplant. Nach Informationen des manager magazins werden in den kommenden eineinhalb Jahren bei der Sparte Com weltweit 4200 Stellen gestrichen, davon 2860 in Deutschland.

Siemens - Die Drohung von 2004, rund 2000 Stellen in der Handysparte zu streichen, wirbelte viel Staub auf. Mit spürbaren Ergebnissen: In zwei nordrhein-westfälsichen Werken wurde die Arbeitszeit ohne Lohnausgleich auf 40 Wochenstunden erhöht. Inzwischen ist die Handysparte verkauft. Die Kürzungsrunden indes gehen weiter, auch wenn man die Meldungen im Wahl-Krimi des politischen Herbstes fast überhört. Beim IT-Dienstleister SBS sollen 2400 Stellen wegfallen, weiterer Arbeitsplatzabbau ist im Kommunikationsbereich geplant. Nach Informationen des manager magazins werden in den kommenden eineinhalb Jahren bei der Sparte Com weltweit 4200 Stellen gestrichen, davon 2860 in Deutschland.

Foto: DPA
KarstadtQuelle - Missmanagement hat den Warenhaus- und Versandkonzern in eine Krise gebracht, beschleunigt durch die anhaltende Konsumflaute in Deutschland. Die gute Nachricht: Die Rettung scheint zu gelingen, der neue Vorstandschef Thomas Middelhoff (Foto, auf der Hauptversammlung im Mai) strukturiert eifrig um. Dabei stößt er nicht nur unrentable Teile ab, sondern auch unrentable Manager. Die schlechte Nachricht: Insgesamt wird die Rettungsaktion 5500 Stellen kosten.

KarstadtQuelle - Missmanagement hat den Warenhaus- und Versandkonzern in eine Krise gebracht, beschleunigt durch die anhaltende Konsumflaute in Deutschland. Die gute Nachricht: Die Rettung scheint zu gelingen, der neue Vorstandschef Thomas Middelhoff (Foto, auf der Hauptversammlung im Mai) strukturiert eifrig um. Dabei stößt er nicht nur unrentable Teile ab, sondern auch unrentable Manager. Die schlechte Nachricht: Insgesamt wird die Rettungsaktion 5500 Stellen kosten.

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Deutsche Bank - Peanuts und Victory: Die Deutsche Bank gilt als das Paradebeispiel für Gewinnmaximierung bei gleichzeitiger Personalminimierung, und nicht allein deshalb, weil Bankchef Josef Ackermann (Foto, beim Mannesmann-Prozess) unfreiwillig zum Symbol geworden ist. Trotz Rekordgewinn wurde kürzlich der Abbau von 6400 Stellen weltweit angekündigt, davon zwischen 1900 und 2400 in Deutschland.

Deutsche Bank - Peanuts und Victory: Die Deutsche Bank gilt als das Paradebeispiel für Gewinnmaximierung bei gleichzeitiger Personalminimierung, und nicht allein deshalb, weil Bankchef Josef Ackermann (Foto, beim Mannesmann-Prozess) unfreiwillig zum Symbol geworden ist. Trotz Rekordgewinn wurde kürzlich der Abbau von 6400 Stellen weltweit angekündigt, davon zwischen 1900 und 2400 in Deutschland.

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HypoVereinsbank - "Anpassung an die Mengengerüste" nennt die Bank ihren jüngsten Plan, 2400 ihrer 26.300 Arbeitsplätze in Deutschland zu streichen. Seit der Übernahme durch Unicredit sind noch höhere Zahlen im Spiel, bis zu 4200. Das ist aber nicht alles: Seit 2001 sind bei der HypoVereinsbank bereits 8000 Arbeitsplätze gestrichen worden.

HypoVereinsbank - "Anpassung an die Mengengerüste" nennt die Bank ihren jüngsten Plan, 2400 ihrer 26.300 Arbeitsplätze in Deutschland zu streichen. Seit der Übernahme durch Unicredit sind noch höhere Zahlen im Spiel, bis zu 4200. Das ist aber nicht alles: Seit 2001 sind bei der HypoVereinsbank bereits 8000 Arbeitsplätze gestrichen worden.

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Opel - Erst verkündete General Motors einen großen Quartalsgewinn, zwei Monate später folgte die Ankündigung, bei der deutschen Tochter Opel 9500 Arbeitsplätze zu streichen. Das bringt die Kollegen in Bochum im Oktober 2004 auf die Barrikaden. Sie wagen das inzwischen fast Undenkbare und treten in den Ausstand, sechs Tage lang. 50.000 GM-Beschäftigte europaweit protestieren, auch wenn die meisten von ihnen weiterarbeiten. Vorbei der Aufruhr. Inzwischen ist nur noch von 4000 Stellenstreichungen in Bochum die Rede, von denen mehr als die Hälfte über Altersteilzeit realisiert werden soll. Die Zukunftssignale sind widersprüchlich. Einerseits heißt es, die Bedeutung Opels im Konzern steige, und damit auch der Bedarf an Arbeitskräften. Andererseits sollen rund 1000 Servicemitarbeiter in ein Joint Venture mit Caterpillar ausgelagert werden. GM hat seine Krise noch nicht überwunden.

Opel - Erst verkündete General Motors einen großen Quartalsgewinn, zwei Monate später folgte die Ankündigung, bei der deutschen Tochter Opel 9500 Arbeitsplätze zu streichen. Das bringt die Kollegen in Bochum im Oktober 2004 auf die Barrikaden. Sie wagen das inzwischen fast Undenkbare und treten in den Ausstand, sechs Tage lang. 50.000 GM-Beschäftigte europaweit protestieren, auch wenn die meisten von ihnen weiterarbeiten.

Vorbei der Aufruhr. Inzwischen ist nur noch von 4000 Stellenstreichungen in Bochum die Rede, von denen mehr als die Hälfte über Altersteilzeit realisiert werden soll. Die Zukunftssignale sind widersprüchlich. Einerseits heißt es, die Bedeutung Opels im Konzern steige, und damit auch der Bedarf an Arbeitskräften. Andererseits sollen rund 1000 Servicemitarbeiter in ein Joint Venture mit Caterpillar ausgelagert werden. GM hat seine Krise noch nicht überwunden.

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Infineon - Kurz vor der Bundestagswahl fiel die Entscheidung: Das Chipwerk in Neuperlach (Foto) wird nicht, wie zunächst gehofft, an den Konkurrenten X-Fab verschenkt. Die Produktion läuft 2007 aus - und damit die Daseinsberechtigung für 800 Arbeitsplätze. Für das Dresdner Werk wurden in diesem Sommer vage Kürzungen von "60 bis 470 Stellen" avisiert. Die ersten Schritte dieser Art sind das nicht, 2002 strich Infineon bereits 1600 Arbeitsplätze. Und bei nach wie vor schlechten Bilanzen wird Neuperlach nicht der letzte Verliererstandort gewesen sein.

Infineon - Kurz vor der Bundestagswahl fiel die Entscheidung: Das Chipwerk in Neuperlach (Foto) wird nicht, wie zunächst gehofft, an den Konkurrenten X-Fab verschenkt. Die Produktion läuft 2007 aus - und damit die Daseinsberechtigung für 800 Arbeitsplätze. Für das Dresdner Werk wurden in diesem Sommer vage Kürzungen von "60 bis 470 Stellen" avisiert. Die ersten Schritte dieser Art sind das nicht, 2002 strich Infineon bereits 1600 Arbeitsplätze. Und bei nach wie vor schlechten Bilanzen wird Neuperlach nicht der letzte Verliererstandort gewesen sein.

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Deutsche Telekom - Der frühere Staatsbetrieb hat seit seiner Privatisierung 1995 im Durchschnitt 10.000 Stellen pro Jahr gestrichen - das sind 100.000 Jobs bis Ende 2004, als die Telekom weltweit noch knapp 250.000 Mitarbeiter beschäftigte. Der Jobabbau war allerdings nicht immer mit groß angelegten Entlassungswellen verbunden, und mehrere Tausend Mitarbeiter wurden in Beschäftigungsgesellschaften geparkt. Im Frühjahr 2004 wurde ein Beschäftigungspakt mit den Arbeitnehmervertretern vereinbart, wonach die Telekom bis Ende 2008 bei 120.000 Mitarbeitern in der Dachgesellschaft und der Festnetzsparte auf betriebsbedingte Kündigungen verzichtet. Ausgenommen von der Regelung sind allerdings die übrigen Sparten T-Systems, T-Mobile, T-Online und die Festnetzabteilung T-Com. . Im November ließ die Telekom die Katze aus dem Sack: 32.000 weitere Mitarbeiter sollen bis 2008 gehen, überwiegend aus der Sparte T-Com. Die Börse reagierte auf dieses Radikalprogramm mit Kursgewinnen: Offenbar hat es bei der Telekom aus Sicht der Börse nicht genug reguläre Kündigungswellen gegeben.

Deutsche Telekom - Der frühere Staatsbetrieb hat seit seiner Privatisierung 1995 im Durchschnitt 10.000 Stellen pro Jahr gestrichen - das sind 100.000 Jobs bis Ende 2004, als die Telekom weltweit noch knapp 250.000 Mitarbeiter beschäftigte. Der Jobabbau war allerdings nicht immer mit groß angelegten Entlassungswellen verbunden, und mehrere Tausend Mitarbeiter wurden in Beschäftigungsgesellschaften geparkt.

Im Frühjahr 2004 wurde ein Beschäftigungspakt mit den Arbeitnehmervertretern vereinbart, wonach die Telekom bis Ende 2008 bei 120.000 Mitarbeitern in der Dachgesellschaft und der Festnetzsparte auf betriebsbedingte Kündigungen verzichtet. Ausgenommen von der Regelung sind allerdings die übrigen Sparten T-Systems, T-Mobile, T-Online und die Festnetzabteilung T-Com. .

Im November ließ die Telekom die Katze aus dem Sack: 32.000 weitere Mitarbeiter sollen bis 2008 gehen, überwiegend aus der Sparte T-Com. Die Börse reagierte auf dieses Radikalprogramm mit Kursgewinnen: Offenbar hat es bei der Telekom aus Sicht der Börse nicht genug reguläre Kündigungswellen gegeben.

Foto: Telekom
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