Münchener Rück Herr Kaiser wird auf die Straße gesetzt

Der weltgrößte Rückversicherer Münchener Rück will bei seiner Erstversicherungstochter Ergo Stellen abbauen, betriebsbedingte Kündigungen werden dabei nicht ausgeschlossen. Alleine bei der Tochtergesellschaft Hamburg-Mannheimer werden 900 Arbeitsplätze wegfallen.

Düsseldorf - Der Ergo-Aufsichtsrat will am 22. November über das geplante Sparpaket beraten. Fest steht, dass in den nächsten zwei Jahren die Kosten um 200 Millionen Euro gesenkt werden sollen. Besonders die Hamburg-Mannheimer wird es mit Stelleneinsparungen im Vertrieb hart treffen.

Die Versicherungsgruppe Ergo  als Mutter der Hamburg-Mannheimer erklärte, nach der Zusammenlegung von Vertriebsschienen sei geplant, "mit 500 Angestellten auszukommen".

Bei der Hamburg-Mannheimer sollen im Zuge einer Umstrukturierung zwei von sechs Vertriebswegen zusammengelegt werden: die Stammorganisation und die Deutsche Anwalt- und Notarversicherung. So würden 900 von 1400 Jobs bei angestellten Vertriebsmitarbeitern - in der Werbung jahrelang als "Herr Kaiser" bekannt - wegfallen. "Bislang noch fest Angestellte könnten dann als selbstständige Vermittler tätig werden", sagte ein Ergo-Sprecher.

Einen Pressebericht über die angebliche Streichung von insgesamt bis zu 3000 Arbeitsplätzen wollte ein Ergo-Sprecher am Mittwoch nicht bestätigen. Betriebsbedingte Kündigungen schloss er aber ausdrücklich nicht aus.

Die Ergo-Gruppe, zu der unter anderem die Versicherungen Hamburg-Mannheimer, Victoria und Deutsche Krankenversicherung gehören, beschäftigt europaweit rund 31.000 angestellte Mitarbeiter. Hinzu kommen über 22.000 selbstständige Versicherungsvermittler.

Warnstreiks in der Versicherungsbranche

Im Tarifstreit in der Versicherungsbranche erhöhten rund 1000 Beschäftigte mit einem ersten bundesweiten Warnstreik unterdessen den Druck auf die Arbeitgeber. Bundesweit sei dabei jede zweite Geschäftsstelle der Hamburg-Mannheimer den ganzen Tag geschlossen geblieben.

Die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di verlangt für die 240.000 Beschäftigten der Branche 4,5 Prozent mehr Gehalt und darüber hinaus Schutz vor betriebsbedingten Kündigungen. "Wir brauchen auch Regelungen zur Altersteilzeit, Kurzarbeit oder Arbeitszeitverkürzung zur Beschäftigungssicherung, aber da haben die Arbeitgeber bisher kategorisch Nein gesagt", kritisierte ver.di-Sprecher Richard Sommer.

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