Automarkt Deutschland Goldener Oktober

Knapp 290.000 Autos wurden im Oktober in Deutschland neu zugelassen. Das entspricht einem Zuwachs von 3 Prozent zum Oktober 2004 und schreibt einen positiven Trend fort. Allerdings verzeichneten Porsche und BMW hohe Einbußen.

Hamburg - Die Belebung auf dem deutschen Automarkt setzt sich fort. Wie das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) mitteilte, wurden im Oktober mit 289.653 Pkw und Kombi drei Prozent mehr Fahrzeuge neu zugelassen als vor einem Jahr. "Die Autokonjunktur bleibt im Aufwind, die Zahlen sind gut", sagte ein Sprecher der Flensburger Behörde.

Seit Jahresbeginn erhöhte sich die Zahl der Neuregistrierungen um vier Prozent auf 2,8 Millionen. Von einem nachhaltigen Aufschwung in der Branche wollen Experten aber noch nicht sprechen.

Von der Nachfrage im Oktober profitierten längst nicht alle Autobauer. Die VW-Tochter Audi  verlor bei den Zulassungen 3,5 Prozent, Porsche  verzeichnete sogar ein Zulassungsminus von 23,2 Prozent. Die Marken BMW  und Mini mussten Einbußen zum Vorjahr in Höhe von 25,6 Prozent hinnehmen.

Ein BMW-Sprecher erklärte dazu gegenüber manager-magazin.de, dass es deswegen "aus mehreren Gründen keinen Anlass zur Sorge gebe". Die von Vorstandschef Helmut Panke anvisierte Steigerung des Absatzes weltweit um "einen höheren einstelligen Prozentwert" gelte nach wie vor.

Der Sprecher wies darauf hin, dass die Zulassungszahlen grundsätzlich ein anderes Bild zeigten als die Auslieferungszahlen. Bei der Auslieferung betrage das Minus im Vergleich zum Oktober 2004 lediglich 4,5 Prozent. Im Gegensatz zu den Auslieferungen, die nur an Endkunden verkaufte Pkw enthielten, seien unter den Zulassungen auch Autos erfasst, die lediglich von Händlern in den Verkehr gebracht werden - in der Hauptsache als Vorführwagen.

Im Vergleichsmonat 2004 befand sicher der 1er-BMW in der Einführungsphase, alle Modelle des 3er-Touring waren verfügbar. Im vergangenen Oktober waren die kleineren Motorvarianten 318i und 318d des neuen Modells noch nicht verfügbar. Auch dies hat laut BMW zum Zulassungs-Minus beigetragen.

Mercedes legt 6,9 Prozent zu

Mercedes legt 6,9 Prozent zu

Die Premiummarke Mercedes-Benz von DaimlerChrysler  steigerte ihren Zulassungswert um 6,9 Prozent. Im Volkswagen-Konzern stach die tschechische Skoda mit einem Zulassungsplus von 26,7 Prozent hervor. Die Wolfsburger Hauptmarke VW  verbesserte sich um 6,5 Prozent, die spanische Seat schwächelte dagegen weiter.

Die französische Konkurrenz glänzte mit zweistelligen Zuwachsraten. So gewann Peugeot  26 Prozent hinzu, Citroen sogar 47 Prozent, und Renault  steigerte seine Neuzulassungen um 14,4 Prozent.

Erfolge konnten erneut auch koreanische und japanische Autobauer feiern. Kia steigerte die Neuregistrierungen um 31 Prozent, Hyundai legte 46 Prozent zu. Auffallend hohe Zuwächse bei den Pkw-Neuanmeldungen verzeichneten dem KBA zufolge im Oktober auch die Marken MG Rover (+96,9 Prozent zum Vorjahr) und Daihatsu (+92,2). Dagegen hätten Nissan  (-51,6 Prozent) und Lancia (-45,2 Prozent) herbe Rückschläge einstecken müssen. Der japanische Konkurrent Toyota  gewann sechs Prozent. Nissan  gehörte mit einem Zulassungsminus von 51,6 Prozent im Oktober allerdings zu den größten Verlierern.

Trotz der nun seit sieben Monaten anhaltenden Zuwächse bei den Neuzulassungszahlen hält sich die Zuversicht in der Branche in Grenzen. Der Herstellerverband VDA geht für 2005 weiterhin von 3,3 Millionen Neuzulassungen aus, nur geringfügig mehr als im vergangenen Jahr (3,27 Millionen). Experten erwarten auch für das nächste Jahr keinen wirklichen Aufschwung. Für 2006 geht der Geschäftsführer des Marktforschungsinstituts B&D, Ferdinand Dudenhöffer, allenfalls von einem leichten Anstieg der Neuzulassungen auf 3,4 Millionen aus.

Sparsame Dieselmodelle liegen laut Bundesamt angesichts der hohen Kraftstoffpreise gut im Rennen. Ihr Anteil an den Zulassungen sei im Oktober auf 44,1 Prozent gestiegen. Auch gasbetriebene Pkw seien im Kommen. Zwar führten sie mit einem Zulassungsanteil von 0,3 Prozent noch ein Schattendasein, doch die Zuwachsraten seien beachtlich. Im laufenden Jahr habe sich ihr Anteil fast verdoppelt.

Bei Gebrauchtwagen wurden nach weiteren Angaben des Bundesamts seit Jahresbeginn 6,31 Millionen Halterwechsel registriert. Damit sei der Vorjahreswert fast erreicht (-0,3 Prozent).

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