Volkswagen Neues Schichtmodell spart 50 Millionen Euro

Unternehmensspitze und Betriebsrat von VW haben sich endgültig auf ein neues Schichtmodell im Stammwerk Wolfsburg geeinigt, das Einsparungen von jährlich 50 Millionen Euro bringt. Für 18.000 Beschäftigte entfallen die Nachtzuschläge: Im Gegenzug werden 2006 etwa 100.000 zusätzliche Golf V in Wolfsburg gebaut.

Wolfsburg - Auf dem Weg zu drastischen Kostensenkungen ist der Autobauer Volkswagen  vorangekommen. Durch neue Arbeitszeitregelungen in Wolfsburg würden Einsparungen von 50 Millionen Euro pro Jahr erzielt, teilte VW mit. Die Wettbewerbsfähigkeit des Standortes Wolfsburg sei "maßgeblich" gestärkt worden.

Der Vorstand der Marke VW habe nach der Einigung entschieden, im nächsten Jahr mehr als 390.000 Fahrzeuge in Wolfsburg zu bauen. Ohne die Einigung wären es rund 90.000 Fahrzeuge weniger gewesen.

Sieben Milliarden Euro sind das Ziel

VW fährt derzeit einen harten Sparkurs. Die Traditionsmarke VW schrieb im dritten Quartal rote Zahlen. VW hatte in Wolfsburg zuletzt bereits bei dem geplanten Bau eines neuen kleinen Geländewagens Kostensenkungen erzielt.

Insgesamt will der VW-Konzern bis 2008 alleine bei seiner Kernmarke VW sieben Milliarden Euro einsparen. Dazu gehört auch ein Abbau von mehreren tausend Stellen.

Dreischichtbetrieb - 29-Stunden-Woche bleibt

Beim neuen Schichtmodell für das Werk Wolfsburg hatten Unternehmensführung und Betriebsrat bereits Mitte Oktober einen Durchbruch erzielt. Vorausgegangen waren monatelange Verhandlungen.

Wie VW am Dienstag mitteilte, werden die Einsparungen von 50 Millionen Euro jährlich unter anderem durch den Wegfall bezahlter Pausen sowie den Wegfall von Nachtschichtzuschlägen erzielt. Die neue Regelung sieht an vier Wochentagen einen Drei-Schicht-Betrieb mit je 7,2 Stunden Arbeitszeit vor. Zwischen den Schichten werden die Bänder für Wartungsarbeiten und Materialnachschub angehalten. Die bei VW geltende 28,8-Stundenwoche bleibt erhalten.

Zudem erwarte VW eine erhöhte Produktivität. Betroffen vom neuen Schichtmodell sind die rund 18.000 Beschäftigten in der Golf V- Fertigung.

Der Betriebsrat hatte als Hauptgrund für die Zustimmung zum neuen Schichtmodell die Zusage des Unternehmens angeführt, im kommenden Jahr rund 100.000 zusätzliche Golf V in Wolfsburg zu bauen. Damit seien rund 5300 Arbeitsplätze gesichert.

Der VW-Vorstand hatte damit gedroht, Produktion aus Wolfsburg abzuziehen, wenn sie nicht zu wettbewerbsfähigen Kosten zu erstellen wäre.

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