Telekom-Chef Ricke "Wir dürfen uns nicht blenden lassen"

Telekom-Chef Kai-Uwe Ricke hat die geplante Streichung von 32.000 Arbeitsplätzen bei der Deutschen Telekom in einem Zeitungsinterview verteidigt. An dem Stellenabbau sei nicht zu rütteln – trotz des Milliardengewinns, den der Konzern in diesem Jahr präsentieren wird.

Bonn - "An den Zahlen zum Stellenabbau ist nicht zu rütteln", sagte Ricke der Tageszeitung "Die Welt" (Donnerstag). In diesem Jahr werde die Deutsche Telekom zwar ein sehr gutes Ergebnis erzielen, doch müsse der Konzern die Kostenstrukturen stark verbessern. "Das macht es für uns in der Kommunikation nicht leichter", sagte Ricke.

Analysten erwarten, dass die Deutsche Telekom in diesem Jahr einen Gewinn von rund fünf Milliarden Euro erzielen wird. Doch Ricke ficht das nicht an: "Viele unserer Probleme werden zur Zeit noch überdeckt", sagte der Telekom-Chef. "Wenn wir sie heute nicht lösen, können sie uns morgen schon umbringen." Man müsse das Unternehmen "sehr viel flexibler" machen: "Wenn wir uns von von unserem Ergebnis blenden lassen, dann lässt sich unser Geschäft nicht nachhaltig sichern", so Ricke.

"Verlieren 100.000 Anschlüsse pro Monat"

Der Abbau in den kommenden drei Jahren soll ohne betriebsbedingte Kündigungen verlaufen. Die Telekom werde Abfindungen, Altersteilzeit und eine Vorruhestandsregelung einsetzen, kündigte Ricke an. Zugleich sollen 6000 neue Mitarbeiter eingestellt werden. Die Gewerkschaft Verdi hatte Widerstand gegen die Abbaupläne angekündigt.

Die Telekom steht unter wachsendem Druck der Wettbewerber. Vor allem in der Festnetzsparte - die auch am schwersten von dem Stellenabbau betroffen ist - schwinden die Umsätze. Auch im zukunftsträchtigen Geschäft mit DSL-Anschlüssen legen die kleineren Konkurrenten zu. "Wir verlieren derzeit allein 100.000 Kundenanschlüsse pro Monat an die Konkurrenz", sagte Ricke der "Welt".

An der Börse wurden die Nachrichten vom Stellenabbau positiv aufgenommen. Die Aktie der Deutsche Telekom  war am Mittwoch deutlich gestiegen. Die Telekom hatte mitgeteilt, dass sie nach dem Gebot von Telefonica für O2 kein Gegenangebot abgeben werde. Ein teures Bietergefecht bleibt den T-Aktionären somit erspart.

Deutsche Telekom

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