US-Automarkt Toyota triumphiert

Der Oktober war für die Autokonzerne auf dem US-Markt kein guter Monat. Ob Volkswagen oder Porsche, DaimlerChrysler oder Ford, der Absatz neuer Fahrzeuge brach zum Teil deutlich ein. Einzig Toyota stemmte sich gegen den Abwärtstrend.

Detroit - Der US-Absatz von Volkswagen  und Porsche  ist im Oktober eingebrochen. Die Verkäufe der Marke VW sanken im Vergleich zum Vorjahresmonat um 21,4 Prozent auf 17.207 Fahrzeuge, wie VW am Dienstag in Wolfsburg mitteilte. Porsche verkaufte in Nordamerika drastisch weniger Geländewagen Cayenne. Bei DaimlerChrysler  hielt sich der Absatzrückgang in Grenzen. Der zweitgrößte US-Autobauer Ford  verbuchte bei der Hauptmarke auf dem US-Markt einen Absatzeinbruch von mehr als einem Viertel.

Der Rückstand von VW zum Vorjahr lag bei den Verkäufen in den USA nach den ersten zehn Monaten 2005 bei 17,1 Prozent. Insgesamt setzte die Marke VW dort seit Januar 180.200 Fahrzeuge ab. VW macht in den USA, dem größten Automarkt der Welt, derzeit hohe Verluste. Im September noch hatte VW im Vorjahresvergleich ein Absatzplus von 3,7 Prozent auf 21.646 Fahrzeuge verzeichnet. Ein VW-Sprecher sagte, im Oktober habe sich parallel zu einer "extrem rückläufigen Entwicklung des Gesamtmarktes" auch der Absatz von Volkswagen of America deutlich abgeschwächt.

Gründe für den allgemeinen Rückgang seien vor allem in den Wirbelstürmen, den damit zusammenhängenden Zerstörungen und dem dadurch extrem gestiegenen Treibstoffpreis zu finden, sagte der VW- Sprecher. Durch die Rabattschlacht der Wettbewerber habe es Marktverzerrungen gegeben. "Gleichzeitig führt dies aber zu einer anziehenden Nachfrage nach verbrauchsgünstigen Fahrzeugen."

So habe sich etwa der Diesel-Anteil beim neuen Jetta in den vergangenen Wochen verdoppelt. 2004 hatte VW in den USA einen operativen Verlust von knapp einer Milliarde Euro eingefahren. Für dieses Jahr rechnet VW mit keiner substanziellen Verbesserung. Konzernchef Bernd Pischetsrieder hatte gesagt, auch 2006 werde es schwierig, in den USA schwarze Zahlen zu schreiben.

Der Sportwagenbauer Porsche hat im Oktober in Nordamerika wegen eines Einbruchs beim Geländewagen Cayenne deutlich weniger Fahrzeuge abgesetzt als vor einem Jahr. Mit 2729 Autos sei der Absatz um 14 Prozent gesunken ausgeliefert worden, teilte der Hersteller in Stuttgart mit.

Beim Cayenne, der wie auch die Geländewagen anderer Hersteller wegen der hohen Benzinpreise drastisch an Popularität eingebüßt hat, fiel der Absatz im Jahresvergleich um 45 Prozent auf 1208 Fahrzeuge. Im Vergleich zu den vorangegangenen Monaten mit jeweils rund 1100 verkauften Einheiten legte der Cayenne aber wieder etwas zu, betonte Porsche.

Deutlich besser liefen die Sportwagen. Beim 911er stiegen die Verkäufe um 16 Prozent auf 924 Einheiten. Der Boxster-Absatz schnellte mit dem Modellwechsel im Jahresvergleich um 257 Prozent auf 571 Autos hoch.

Ford verliert mehr als ein Viertel

Ford verliert mehr als ein Viertel

Der US-Autoabsatz von DaimlerChrysler fiel im Oktober um 3 Prozent. Insgesamt wurden nach Angaben des Konzerns 183.163 Fahrzeuge verkauft. Um einen Verkaufstag bereinigt sei der Absatz hingegen um ein Prozent gestiegen. Bei Mercedes-Benz nahmen die Verkäufe um 0,01 Prozent auf 18.349 Fahrzeuge zu. Der Absatz der Chrysler Group sank um drei Prozent auf 164.814 Fahrzeuge. Um einen Verkaufstag bereinigt stieg der Absatz um 1 Prozent.

Beim Münchener Autokonzern BMW ging der US-Absatz im Oktober ebenfalls etwas zurück. Von den Marken BMW und Mini seien 25.585 Autos verkauft worden nach 25.807 im Oktober vergangenen Jahres, teilte das Unternehmen mit. Bei der Marke BMW allein seien die Verkaufszahlen um 0,8 Prozent auf 22.432 Fahrzeuge zurückgegangen.

Der zweitgrößte US-Autobauer Ford hat im Oktober einmal mehr einen kräftigen Absatzeinbruch in den USA erlebt. Der Konzern berichtete in Dearborn, die Zahl der Auslieferungen sämtlicher Konzernmarken sei insgesamt im vergangenen Monat um 26 Prozent auf 199.847 eingebrochen. Der Konzern begründete den Rückgang mit den starken Verkäufen im Sommer, durch die ein großer Teil der Nachfrage befriedigt worden sei. Bei der Marke Ford ging der Absatz um 25,4 Prozent zurück.

Auch der japanische Autobauer Nissan  hat in den USA im vergangenen Monat 13,3 Prozent weniger Fahrzeuge abgesetzt als noch vor einem Jahr. Insgesamt seien 72.279 Fahrzeuge ausgeliefert worden. Die Kernmarke Nissan erlebte einen Absatzrückgang um 14,2 Prozent, bei der Luxusmarke Infiniti gingen die Auslieferungen um 7,3 Prozent auf 9962 zurück.

Einzig Konkurrent Toyota  stemmte sich gegen den Trend und konnte im Oktober erneut mehr US-Kunden für seine Fahrzeuge gewinnen. Im vergangenen Monat sei der Absatz in den USA um 5,2 Prozent auf 173.086 Autos ausgeweitet worden, teilte Toyota mit. "Die Marktverhältnisse sehen vielversprechend aus", sagte der für das operative Geschäft in den USA verantwortliche Toyota-Präsident Jim Press.

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