Tui Abschied vom Preussag-Erbe

Europas größter Touristikkonzern trennt sich für 70 Millionen Euro von den verbliebenen Mietwohnungen der ehemaligen Preussag. Bis Jahresende will Tui noch weitere Unternehmensteile aus dem ehemaligen Preussag-Konzern veräußern.

Hannover - Der Bestand umfasse Mietwohnungen vor allem in Recklinghausen und Herne sowie einige damit zusammenhängende Gewerbeeinheiten, teilte Tui  am Mittwoch mit. Der Verkauf soll bis Jahresende über die Bühne gehen, sagte ein Sprecher.

Den Verkaufserlös will TUI 2005 in die Konzernbilanz einfließen lassen. Mit der Transaktion sei die Trennung der TUI-Tochter Preussag Immobilien (PSI) vom Mietwohnungssektor abgeschlossen. Komplett verkauft werden solle PSI aber nicht, sagte der Sprecher. PSI werde weiter die Gewerbeimmobilien der TUI verwalten.

Preussag North America auf der Verkaufsliste

Grainger ist das größte börsennotierte Wohnungsunternehmen in Großbritannien und will sich nach TUI-Abgaben langfristig engagieren. Die Briten wollten die sechs Mitarbeiter übernehmen, die die Liegenschaften im Ruhrgebiet bislang verwaltet hätten. Die Mietwohnungen stammen noch aus dem Mischkonzern Preussag, den Vorstandschef Michael Frenzel seit Mitte der 90er Jahre in den Reise- und Logistikkonzern TUI umgewandelt hat.

Reste aus der alten Preussag wie die US-Stahlhandelstochter will TUI abstoßen. "Wir versuchen weiterhin, Preussag North America in diesem Jahr zu verkaufen", sagte der TUI-Sprecher. Über mögliche Interessenten wollte er sich nicht äußern.

Zuletzt hatte TUI im Juni ihre in der Schienenlogistik tätige Tochter VTG an französische Investoren verkauft. Mit der Genehmigung durch die Europäische Union werde noch in diesem Jahr gerechnet, sagte der TUI-Sprecher. Um neben der Touristik die zweite Säule Schifffahrt zu stärken, hat TUI kürzlich die britisch-kanadische Reederei CP Ships übernommen.

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