Tui Kreuzfahrt-Massengeschäft interessant

Der Chef des Reisekonzerns Tui, Michael Frenzel, will mit dem Erwerb der kanadisch-britischen Containerschiff-Reederei CP Ships ein zusätzliches Standbein außerhalb der Touristik schaffen. Darüber hinaus prüft der Konzern, ins Kreuzfahrt-Massengeschäft einzusteigen.

Hamburg - "Auf zwei Beinen steht man bekanntlich besser", sagte der Vorstandschef von Tui  in einem Interview mit dem Hamburger Nachrichten-Magazin "Der Spiegel". Frenzel wies Vermutungen zurück, durch die Fusion von CP Ships und der TUI-Containerschifftochter Hapag-Lloyd steuere der Konzern einen Strategiewechsel an.

"Das ist keine Kursänderung", sagte Frenzel, da in die Schifffahrt bereits in den vergangenen Jahren eine Milliarde Euro investiert worden seien. Gleichzeitig kündigt Frenzel an, auch die Kreuzfahrtsparte des Konzerns auszubauen.

"Wir arbeiten zurzeit an einer neuen Strategie wie wir uns auch in diesem boomenden Markt besser platzieren können und wollen dort durch eigene Kraft und Kooperationen wachsen", sagte Frenzel. Die mit der Übernahme von CP Ships verbundene höhere Schuldenlast will der Tui-Chef in den kommenden Jahren durch Mittelzuflüsse aus der Schifffahrt "sukzessive zurückführen".

Weiterhin prüft Tui einen Einstieg ins Kreuzfahrt-Massengeschäft. Der Konzern mache gerade eine strategische Bestandsaufnahme, wie er sich im boomenden Kreuzfahrtmarkt positioniere, sagte Frenzel der Zeitung "Die Welt" (Montagausgabe).

"Im deutschen Markt schwimmen wir mit der 'Europa' im Luxussegment und im Expeditionssegment. Was uns fehlt, ist das Volumengeschäft. Ob wir dort einsteigen, prüfen wir gerade", sagte Frenzel.

Die Rentabilität der Kreuzfahrtsparte, die zur Tochter Hapag-Lloyd gehört, war zuletzt schwach: Bei einem leichten Umsatzzuwachs auf 133 Millionen Euro belief sich das Vorsteuerergebnis 2004 auf 2,4 Millionen Euro. Im Vorjahr war aber noch ein Verlust angefallen.

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