IWKA "Nie von Zerschlagung gesprochen"

Das Karlsruher Unternehmen IWKA hat offenbar wieder Überlebenschancen. Sein US-Großinvestor will die Firma nun doch nicht zerschlagen – zumindest nicht sofort. Vorerst steht scheinbar nur die verlustreiche IWKA-Tochter Ex-Cell-O vor dem Verkauf.

Hamburg - Der amerikanische Großaktionär des Maschinenbaukonzerns IWKA , Guy Wyser-Pratte, hat Meldungen über eine Zerschlagung des Karlsruher Unternehmens dementiert.

"Das ist absoluter Unsinn", sagte Wyser-Pratte der "Financial Times Deutschland". Von einer Zerschlagung habe er nie gesprochen. Auch Meldungen, wonach er die Robotik-Sparte verkaufen wolle, wies er zurück. "Natürlich hat aber alles seinen Preis", schränkte der US-Investor ein.

Die "Stuttgarter Zeitung" hatte am Vortag berichtet, der Großaktionär erwäge den totalen Ausverkauf des Unternehmens. "Ich habe allein fünf Käufer für die Verpackungssparte und einen für Kuka", hatte er dem Blatt gesagt. "Für alles bei der IWKA gibt es mindestens einen Interessenten."

Nach Informationen der "Stuttgarter Zeitung" steht zumindest der Werkzeugmaschinenhersteller Ex-Cell-O in Eislingen vor dem Verkauf. Der Vorstandsvorsitzende des Mutterkonzerns IWKA, Wolfgang Dietrich Hein, habe nach Angaben von Teilnehmern bei einem Treffen mit Betriebsräten verkündet, die IWKA habe eine Absichtserklärung (Letter of Intent) mit dem Finanzinvestor Maxcor aus New York unterschrieben. Der Verkauf könne bereits bei der IWKA-Aufsichtsratssitzung an diesem Donnerstag abgesegnet werden.

Die IWKA scheint für den Verkauf kein Geld zu bekommen. Der Maschinenbaukonzern müsse im Gegenteil mehrere Millionen Euro drauflegen, um die schwer angeschlagene Tochterfirma überhaupt loszuwerden. Insider rechneten sogar mit einem zweistelligen Millionenbetrag. Ex-Cell-O setzte 2004 rund 180 Millionen Euro um und erlitt im ersten Halbjahr 2005 einen Verlust in Höhe von 13,7 Millionen Euro. Im September wurde bekannt, dass die Firma 100 der 570 Stellen abbauen will.

Ein Sprecher der IWKA sagte, Ex-Cell-O leide unter den Überkapazitäten und dem Margendruck in der Automobilzulieferindustrie. Zum Verkauf an Maxcor wollte sich die IWKA nicht äußern.

"Eines unserer Geschäftsfelder ist der Aufkauf von Unternehmen, die in Schwierigkeiten geraten sind", sagte ein Vizepräsident von Maxcor, Michael McKee, der "Stuttgarter Zeitung". "Wir haben große Erfahrungen mit Umstrukturierungen und können auf ein sehr professionelles Team von Managern zurückgreifen." Zum Kauf von Ex- Cell-O wollte sich McKee jedoch nicht äußern.

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