Lufthansa Sanierung abgeschlossen

Für Finanzvorstand Karl-Ludwig Kley sind die Notierungen der Lufthansa-Aktie "glatte Kaufkurse". Nach der Sanierung der Töchter LSG Sky Chefs, Thomas Cook und Swiss konzentriere man sich jetzt auf Profitablität. Dazu gehöre auch, neue Märkte zu erschließen. Die Expansionspläne sehen laut Kley aber keine Übernahmen vor.

Frankfurt am Main - Die Deutsche Lufthansa  hat nach den Worten ihres Finanzvorstands Karl-Ludwig Kley die Sanierung der Töchter Thomas Cook und LSG Sky Chefs nahezu abgeschlossen. Wie Kley in einem Interview mit der "Börsen-Zeitung" (BöZ - Mittwochausgabe) sagte, kann sich die Fluglinie nun wieder stärker auf den Ausbau des Geschäfts Passage konzentrieren. Das gemeinsam mit KarstadtQuelle  betriebene Touristik-Joint-Venture Thomas Cook sei derzeit "liquiditätsmäßig stabil" und kümmere sich jetzt "um mehr Profitabilität".

Die Catering-Tochter LSG Sky Chefs werde die Phase "Liquidität vor Profitabilität" in diesem Jahr abschließen und dann "ebenfalls konsequent auf Profitabilität getrimmt", sagte Kley weiter. Auch bei der übernommenen Swiss stehe nach der Liquiditätssicherung nun die Profitabilität im Mittelpunkt. "Entscheidend ist jetzt, dass wir dauerhaft positive Ergebnisse abliefern." Dabei sei es auch wichtig, über den Zyklus hinweg die Kapitalkosten zu verdienen.

Mit Blick auf die Wachstumsaussichten sagte Kley: "Wir arbeiten an der Erschließung neuer Märkte, durch die Direktaufnahme von Verkehr, durch Partnerschaften oder durch Akquisitionen." Derzeit gebe es aber keine Gespräche mit europäischen Airlines über mögliche weitere Übernahmen.

A380-Käufe mit Fremdkapital

Mit dem Kauf des neuen Airbus-Modells A380 entstehe "ein größerer Finanzierungsbedarf", sagte Kley mit Blick auf die Entwicklung des freien Cashflow des Lufthansa-Konzerns. Der Finanzierungsbedarf werde mit Mitteln aus der jüngsten Kapitalerhöhung und mit Fremdkapital gestaltet. Die genaue Art der Finanzierung sei aber noch offen.

Kley bemerkt nach eigener Aussage "zum ersten Mal seit ein paar Jahren" wieder ein "hohes Interesse" von US-Investoren an der Lufthansa-Aktie. Den Anteil von Hedgefonds am Eignerkreis der Lufthansa bezifferte Kley in dem Interview "zwischen 20 und 30 Prozent". Das entspreche dem, was auch bei anderen Dax-Werten üblich sei.

Der immer wieder aufkommenden Skepsis gegenüber der Strategie der Lufthansa im Wettbewerb mit Billigfliegern und neuen Konkurrenten hielt Kley entgegen, die Fähigkeit des Konzerns, sich den sich wandelnden Bedingungen anzupassen, werde schlicht unterschätzt.

"Profitabel, um zu wachsen"

"Profitabel, um zu wachsen"

Nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 sei es zunächst darum gegangen, die Liquidität zu sichern, da die Kapitalmärkte vorübergehend praktisch nicht zur Verfügung gestanden hätten. Seit Jahren halte sich die Airline deshalb bei Investitionen zurück und generiere freien Cashflow.

Danach stehe die Steigerung der Profitabilität im Vordergrund, wozu auch der Kostenabbau gehöre. "Wir wachsen nicht, um profitabel zu werden, sondern wir sind profitabel, um zu wachsen", sagte Kley. Er zeigte sich sicher, dass die ausländischen Investoren dies erkennen und sich der Lufthansa-Aktie wieder zuwenden: "Für mich sind das noch immer glatte Kaufkurse."

Kley plädierte zudem für eine Auflösung der Corporate-Governance-Kommission, in der Richtlinien für das Management und die Aufsichtsräte von Konzernen erarbeitet wurden. "Das Ziel der Kommissionsarbeit ist erreicht."

Die Lufthansa-Aktien haben am Mittwoch nach einem negativen Analystenkommentar aber nachgegeben. Das Papier büßte zum Handelsstart in Frankfurt 1,13 Prozent auf 11,34 Euro ein. ABN Amro  hatte die Aktie von "Hold" auf "Sell" abgestuft und das Kursziel auf 9,25 Euro (11,50) gesenkt.

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