Adidas US-Kartellamt winkt Reebok-Übernahme durch

Der Sportartikelhersteller hat bei seiner geplanten Übernahme des US-Konkurrenten Reebok die erste kartellrechtliche Hürde genommen. Allerdings müssen die Reebok-Aktionäre noch zustimmen: Die erste US-Sammelklage ist bereits eingereicht.

New York - Nach Ablauf einer gesetzlich vorgeschriebenen Frist seien keine kartellrechtlichen Prüfungen in den USA mehr vorgesehen, teilte Adidas  am Dienstag mit. Die Zustimmung der EU-Behörden steht allerdings noch aus. Die Transaktion soll im ersten Halbjahr 2006 abgeschlossen werden. Die Aktie von Adidas  zählte am Dienstag zu den größten Gewinnern im Dax.

Auch die Aktionäre von Reebok müssen der Übernahme noch zustimmen. Das Reebok-Management hat zwar bereits Zustimmung signalisiert. Ein Aktionär von Reebok  wirft dem US-Sportschuhhersteller jedoch vor, sich unter Wert verkauft zu haben und hat Klage gegen Reebok eingereicht sowie eine Sammelklage beantragt.

Adidas will Reebok für 3,1 Milliarden Euro übernehmen und damit zum Branchenprimus Nike  aufschließen. Je Reebok-Aktie bietet Adidas 59 Dollar in bar. Derzeit kostet das Papier 56,47 Dollar.

Mit Reebok will Adidas vor allem seine Präsenz in den USA verstärken und sich ganz auf Sportschuhe und Sportbekleidung konzentrieren. Erst im Mai hatte Adidas den Verkauf der vor allem im Wintersport aktiven französischen Salomon an die finnische Amer Sports für 485 Millionen Euro angekündigt. Wegen eines veränderten Zeitplans der EU-Kartellbehörde verzögert sich der Abschluss dieser Transaktion bis Mitte Oktober.