Bundesländer-Ranking 46.000 Euro Schulden pro Kopf

Knapp 50.000 Euro Schulden werden jeden Deutschen im Jahr 2020 drücken, wenn der Staat seine Haushaltspolitik nicht ändert. Die Schuldenkönige leben laut einer Bertelsmann-Studie in Bremen, Berlin und Sachsen-Anhalt. Die Studie zeigt auch, wie stark die einzelnen Bundesländer sparen müssen, um den Kollaps zu vermeiden.
Bremen: Mit 14.505 Euro pro Kopf war die Heimatstadt der Stadtmusikanten im Jahr 2002 das am stärksten verschuldete Bundesland. Die Bremer müssten jedes Jahr 26 Prozent ihrer Ausgaben einsparen, damit die Verschuldung nicht noch weiter steigt. Ändert sich an der Haushaltspolitik nichts, wird jeder Bremer im Jahr 2020 durchschnittlich 78.538 Euro Schulden haben.

Bremen: Mit 14.505 Euro pro Kopf war die Heimatstadt der Stadtmusikanten im Jahr 2002 das am stärksten verschuldete Bundesland. Die Bremer müssten jedes Jahr 26 Prozent ihrer Ausgaben einsparen, damit die Verschuldung nicht noch weiter steigt. Ändert sich an der Haushaltspolitik nichts, wird jeder Bremer im Jahr 2020 durchschnittlich 78.538 Euro Schulden haben.

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Berlin: Mit 13.172 Euro stand jeder Bürger der Hauptstadt im Jahr 2002 durchschnittlich in der Kreide. Diese Verschuldung wird bis 2020 auf rund 76.000 und 2030 auf 176.000 Euro pro Kopf ansteigen - wenn Bund und Land nicht gegensteuern. 2030 wäre der Schuldenstand mit 338 Prozent des BIP mehr als dreimal so hoch wie die jährliche Wirtschaftsleistung - die Victoria auf der Siegessäule, auch "Goldelse" genannt, blickt auf einen finanziellen Scherbenhaufen.

Berlin: Mit 13.172 Euro stand jeder Bürger der Hauptstadt im Jahr 2002 durchschnittlich in der Kreide. Diese Verschuldung wird bis 2020 auf rund 76.000 und 2030 auf 176.000 Euro pro Kopf ansteigen - wenn Bund und Land nicht gegensteuern. 2030 wäre der Schuldenstand mit 338 Prozent des BIP mehr als dreimal so hoch wie die jährliche Wirtschaftsleistung - die Victoria auf der Siegessäule, auch "Goldelse" genannt, blickt auf einen finanziellen Scherbenhaufen.

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Sachsen-Anhalt: Mit 7.399 Euro Schulden pro Kopf im Jahr 2002 war Sachsen-Anhalt (hier: Luther-Statue in Wittenberg) das finanziell schwächste unter den neuen Bundesländern. Noch helfen die Milliardentransfers aus dem Westen - wenn nach Auslaufen des Solidarpakts II im Jahr 2019 kein Geld mehr nachkommen sollte und die Ausgabenpolitik so weiter geht, wird jeder Sachsen-Anhaltiner im Jahr 2030 durchschnittlich mit knapp 130.000 Euro verschuldet sein.

Sachsen-Anhalt: Mit 7.399 Euro Schulden pro Kopf im Jahr 2002 war Sachsen-Anhalt (hier: Luther-Statue in Wittenberg) das finanziell schwächste unter den neuen Bundesländern. Noch helfen die Milliardentransfers aus dem Westen - wenn nach Auslaufen des Solidarpakts II im Jahr 2019 kein Geld mehr nachkommen sollte und die Ausgabenpolitik so weiter geht, wird jeder Sachsen-Anhaltiner im Jahr 2030 durchschnittlich mit knapp 130.000 Euro verschuldet sein.

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Mecklenburg-Vorpommern: Mit 6165 Euro stand jeder Bürger des nordöstlichen Bundeslandes gemessen an der allgemeinen Verschuldung im Jahr 2002 in der Kreide. Der Konsolidierungsbedarf liegt laut Schuldenmonitor bei knapp 19 Prozent weniger Ausgaben pro Jahr - andernfalls wachsen die Schulden bis 2020 auf 43.537 Euro pro Kopf. Das wäre dann ungefähr auch die durchschnittliche Schuldenlast eines jeden Einwohners in Deutschland (46.346 Euro), wenn man die Gesamtverschuldung des Staates im Jahr 2030 gleichmäßig auf die Bevölkerung verteilen würde.

Mecklenburg-Vorpommern: Mit 6165 Euro stand jeder Bürger des nordöstlichen Bundeslandes gemessen an der allgemeinen Verschuldung im Jahr 2002 in der Kreide. Der Konsolidierungsbedarf liegt laut Schuldenmonitor bei knapp 19 Prozent weniger Ausgaben pro Jahr - andernfalls wachsen die Schulden bis 2020 auf 43.537 Euro pro Kopf. Das wäre dann ungefähr auch die durchschnittliche Schuldenlast eines jeden Einwohners in Deutschland (46.346 Euro), wenn man die Gesamtverschuldung des Staates im Jahr 2030 gleichmäßig auf die Bevölkerung verteilen würde.

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Hamburg: 10.535 betrug die durchschnittliche Verschuldung eines jeden Hamburgers im Jahr 2002 - obwohl mancher Bewohner der vornehmen Hansestadt (hier: Alsterufer) privat sicher besser dasteht. Diese Pro-Kopf-Verschuldung dürfte binnen 15 Jahren auf 42.000 und bis 2030 auf 83.000 Euro Schulden wachsen, wenn sich in der Haushaltspolitik nichts ändert. Die Sparempfehlung der Studienautoren: 15 Prozent der jährlichen Ausgaben einsparen - oder auf kräftiges Wirtschaftswachstum, zum Beispiel durch den boomenden Hamburger Hafen, setzen.

Hamburg: 10.535 betrug die durchschnittliche Verschuldung eines jeden Hamburgers im Jahr 2002 - obwohl mancher Bewohner der vornehmen Hansestadt (hier: Alsterufer) privat sicher besser dasteht. Diese Pro-Kopf-Verschuldung dürfte binnen 15 Jahren auf 42.000 und bis 2030 auf 83.000 Euro Schulden wachsen, wenn sich in der Haushaltspolitik nichts ändert. Die Sparempfehlung der Studienautoren: 15 Prozent der jährlichen Ausgaben einsparen - oder auf kräftiges Wirtschaftswachstum, zum Beispiel durch den boomenden Hamburger Hafen, setzen.

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Brandenburg: Das kleine Bundesland rund um das preußische Schloss Sanssouci ist keinesfalls ohne Sorgen: Die Durchschnittsverschuldung von 6358 Euro dürfte sich bis 2020 versechsfachen - wenn der Solidarpakt ausläuft und nicht, wie empfohlen, 16 Prozent der Primärausgaben (Ausgaben ohne Zinszahlungen) pro Jahr eingespart werden.

Brandenburg: Das kleine Bundesland rund um das preußische Schloss Sanssouci ist keinesfalls ohne Sorgen: Die Durchschnittsverschuldung von 6358 Euro dürfte sich bis 2020 versechsfachen - wenn der Solidarpakt ausläuft und nicht, wie empfohlen, 16 Prozent der Primärausgaben (Ausgaben ohne Zinszahlungen) pro Jahr eingespart werden.

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Thüringen: In Weimar regierten Goethe und Schiller - heute regiert in Thüringen der Rotstift. Knapp 6300 Euro Schulden pro Kopf, die bis 2020 auf kanpp 40.000 und bis 2030 auf knapp 96.000 Euro anwachsen dürften - es sei denn, die Konjunktur springt auch in den östlichen Bundesländern an.

Thüringen: In Weimar regierten Goethe und Schiller - heute regiert in Thüringen der Rotstift. Knapp 6300 Euro Schulden pro Kopf, die bis 2020 auf kanpp 40.000 und bis 2030 auf knapp 96.000 Euro anwachsen dürften - es sei denn, die Konjunktur springt auch in den östlichen Bundesländern an.

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Saarland: Mit rund 7000 Euro Schulden pro Kopf ist das Saarland das finanziell schwächste unter den westdeutschen Flächenstaaten. 17 Prozent der Ausgaben oder 700 Millionen Euro pro Jahr müssten an der Saar pro Jahr gespart werden, damit sich die Verschuldung in den nächsten 15 Jahren nicht verfünffacht. Von der Klippe an der Saarschleife bei Mettlach hat man zwar einen großartigen Blick, doch finanziell hat das Land noch manche Klippen zu meistern.

Saarland: Mit rund 7000 Euro Schulden pro Kopf ist das Saarland das finanziell schwächste unter den westdeutschen Flächenstaaten. 17 Prozent der Ausgaben oder 700 Millionen Euro pro Jahr müssten an der Saar pro Jahr gespart werden, damit sich die Verschuldung in den nächsten 15 Jahren nicht verfünffacht. Von der Klippe an der Saarschleife bei Mettlach hat man zwar einen großartigen Blick, doch finanziell hat das Land noch manche Klippen zu meistern.

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Rheinland-Pfalz: In der Heimat von Altkanzler Kohl würde die Pro-Kopf-Verschuldung bis 2020 von 6242 auf 28.700 Euro ansteigen - ohne Konsolidierung. Damit bewegt sich Rheinland-Pfalz bereits in der oberen Tabellenhälfte des Bundesländer-Rankings: Von der Spitzengruppe ist man - trotz des Exportes manches guten Tropfens - aber noch weit entfernt.

Rheinland-Pfalz: In der Heimat von Altkanzler Kohl würde die Pro-Kopf-Verschuldung bis 2020 von 6242 auf 28.700 Euro ansteigen - ohne Konsolidierung. Damit bewegt sich Rheinland-Pfalz bereits in der oberen Tabellenhälfte des Bundesländer-Rankings: Von der Spitzengruppe ist man - trotz des Exportes manches guten Tropfens - aber noch weit entfernt.

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Niedersachsen: Jeder Niedersachse stand 2002 mit durchschnittlich 6000 Euro in der Kreide - diese Verschuldung dürfte sich bis 2010 verdoppeln und bis 2020 auf 27.000 Euro mehr als vervierfachen, wenn die Regierenden in Hannover nicht die Ausgaben an die kurze Leine nehmen. Für die Renovierung der Nanas am Leineufer war zumindest noch Geld da - Ministerpräsident Christian Wulff (CDU), Nachfolger von Gerhard Schröder als Länderchef, muss für das Wohl der Region vor allem auf eine Erholung beim Autobauer VW hoffen.

Niedersachsen: Jeder Niedersachse stand 2002 mit durchschnittlich 6000 Euro in der Kreide - diese Verschuldung dürfte sich bis 2010 verdoppeln und bis 2020 auf 27.000 Euro mehr als vervierfachen, wenn die Regierenden in Hannover nicht die Ausgaben an die kurze Leine nehmen. Für die Renovierung der Nanas am Leineufer war zumindest noch Geld da - Ministerpräsident Christian Wulff (CDU), Nachfolger von Gerhard Schröder als Länderchef, muss für das Wohl der Region vor allem auf eine Erholung beim Autobauer VW hoffen.

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Schleswig-Holstein: Das "Land der Horizonte" drückte 2002 6927 Euro Schulden pro Einwohner. Der Schuldenmonitor hat einen Konsolidierungsbedarf von knapp 11 Prozent der jährlichen Ausgaben errechnet, um auf diesem Schuldenstand zu bleiben - andererseits wächst die Last bis 2020 auf 24.429 Euro.

Schleswig-Holstein: Das "Land der Horizonte" drückte 2002 6927 Euro Schulden pro Einwohner. Der Schuldenmonitor hat einen Konsolidierungsbedarf von knapp 11 Prozent der jährlichen Ausgaben errechnet, um auf diesem Schuldenstand zu bleiben - andererseits wächst die Last bis 2020 auf 24.429 Euro.

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Nordrhein-Westfalen: Im bevölkerungsreichsten Bundesland betrug die durchschnittliche Pro-Kopf-Verschuldung im Jahr 2002 6244 Euro. Die Schulden dürften sich jedoch bis 2020 auf knapp 24.000 Euro vervierfachen, wenn in NRW nicht rund 10 Prozent der Ausgaben jährlich gespart werden. Die Jecken vor dem Kölner Dom würden aber auch diese Nachricht gelassen aufnehmen: "Et hätt noch immer joot jejange" (Artikel 3 des rheinischen Grundgesetzes)

Nordrhein-Westfalen: Im bevölkerungsreichsten Bundesland betrug die durchschnittliche Pro-Kopf-Verschuldung im Jahr 2002 6244 Euro. Die Schulden dürften sich jedoch bis 2020 auf knapp 24.000 Euro vervierfachen, wenn in NRW nicht rund 10 Prozent der Ausgaben jährlich gespart werden. Die Jecken vor dem Kölner Dom würden aber auch diese Nachricht gelassen aufnehmen: "Et hätt noch immer joot jejange" (Artikel 3 des rheinischen Grundgesetzes)

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Sachsen: Sachsen steht unter den ostdeutschen Bundesländern finanziell am besten da - gelten Städte wie Leipzig und Dresden (hier: das Kreuz der Frauenkirche bei Sonnenuntergang) doch als wirtschaftliche "Leuchttürme" in der Region, die besonders stark durch Milliarden Euro aus dem Solidarpakt gefördert werden. Die Verschuldung von 3669 Euro pro Einwohner war 2002 sehr übersichtlich: Bis 2020 droht ein Ansteigen auf 23.019 Euro. Auf Grund der bisherigen Transferzahlungen wird auch Sachsen seine Ausgaben in den kommenden Jahren überproportional stark senken müssen.

Sachsen: Sachsen steht unter den ostdeutschen Bundesländern finanziell am besten da - gelten Städte wie Leipzig und Dresden (hier: das Kreuz der Frauenkirche bei Sonnenuntergang) doch als wirtschaftliche "Leuchttürme" in der Region, die besonders stark durch Milliarden Euro aus dem Solidarpakt gefördert werden. Die Verschuldung von 3669 Euro pro Einwohner war 2002 sehr übersichtlich: Bis 2020 droht ein Ansteigen auf 23.019 Euro. Auf Grund der bisherigen Transferzahlungen wird auch Sachsen seine Ausgaben in den kommenden Jahren überproportional stark senken müssen.

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Hessen: Das Bundesland rund um die Bankmetropole Frankfurt am Main zählt mit einer Durchschnittsverschuldung von 5351 Euro pro Kopf zum Spitzentrio. Mit 22.000 Euro pro Kopf wäre Hessen im Jahr 2020 laut Projektion verschuldet, wenn das Land nicht stärker als bisher konsolidiert - das wäre aber nicht einmal halb so viel wie der Gesamtdurchschnitt in Deutschland.

Hessen: Das Bundesland rund um die Bankmetropole Frankfurt am Main zählt mit einer Durchschnittsverschuldung von 5351 Euro pro Kopf zum Spitzentrio. Mit 22.000 Euro pro Kopf wäre Hessen im Jahr 2020 laut Projektion verschuldet, wenn das Land nicht stärker als bisher konsolidiert - das wäre aber nicht einmal halb so viel wie der Gesamtdurchschnitt in Deutschland.

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Baden-Württemberg: Im "Ländle" achtet man nicht nur aufs Geld - dank zahlreicher Industrieansiedlungen wird dort auch gut verdient. Gerade einmal 3753 Euro Schulden pro Kopf drückten das südwestliche Bundesland im Jahr 2002 - der Sparbedarf liegt im Musterländle bei gerade einmal 5,6 Prozent der aktuellen Ausgaben und damit noch niedriger als in Bayern.

Baden-Württemberg: Im "Ländle" achtet man nicht nur aufs Geld - dank zahlreicher Industrieansiedlungen wird dort auch gut verdient. Gerade einmal 3753 Euro Schulden pro Kopf drückten das südwestliche Bundesland im Jahr 2002 - der Sparbedarf liegt im Musterländle bei gerade einmal 5,6 Prozent der aktuellen Ausgaben und damit noch niedriger als in Bayern.

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Bayern: Gerne verweist Landesvater Edmund Stoiber auf die Finanzen - dort standen 2002 lediglich 2619 Euro Schulden pro Einwohner zu Buche. Bremen und Berlin waren demgegenüber siebenmal so stark verschuldet. Bayern droht lediglich eine Pro-Kopf-Verschuldung von rund 15.000 Euro im Jahr 2020 - dort lag Bremen bereits vor drei Jahren. Den Sparbedarf von 7,3 Prozent der Ausgaben pro Jahr könnte Bayern auch anders ausgleichen - durch den lang erhofften Aufschwung nach der Wahl und durch steigende Besucherzahlen beim Weltereignis Oktoberfest.

Bayern: Gerne verweist Landesvater Edmund Stoiber auf die Finanzen - dort standen 2002 lediglich 2619 Euro Schulden pro Einwohner zu Buche. Bremen und Berlin waren demgegenüber siebenmal so stark verschuldet. Bayern droht lediglich eine Pro-Kopf-Verschuldung von rund 15.000 Euro im Jahr 2020 - dort lag Bremen bereits vor drei Jahren. Den Sparbedarf von 7,3 Prozent der Ausgaben pro Jahr könnte Bayern auch anders ausgleichen - durch den lang erhofften Aufschwung nach der Wahl und durch steigende Besucherzahlen beim Weltereignis Oktoberfest.

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