Übernahme Sparkassen wollen WestLB ganz

Der Chef der Kreissparkasse Köln, Hans Peter Krämer, hat sich für eine vollständige Übernahme der WestLB durch die nordrhein-westfälischen Sparkassen ausgesprochen. Dann könnte der Mehrheitseigner künftig allein bestimmen – das klamme Bundesland Nordrhein-Westfalen trägt sich ohnehin mit Ausstiegsgedanken.

Düsseldorf - "Wir sollten alle Anteile übernehmen", sagte Krämer dem "Handelsblatt". Die Sparkassen könnten dann alle strategischen Entscheidungen bei der drittgrößten deutschen Landesbank allein bestimmen, fügte er hinzu. Derzeit halten die Sparkassen über den rheinischen und westfälisch-lippischen Verband schon die Mehrheit, der Rest liegt beim Land Nordrhein-Westfalen und den Kommunen.

Seine Überlegungen hat Krämer nach eigenen Angaben bereits mit seinen kommunalen Eigentümern abgesprochen. In den vier Kreisen regiert die CDU ebenso wie in Düsseldorf. Krämer, der auch Aufsichtsrat bei der WestLB ist, hat ein gewichtiges Wort bei den Sparkassen.

Finanzierung durch Kapitalerhöhung?

So hatte er sich beispielsweise im Februar 2004 gegen den Widerstand anderer Institute erfolgreich dafür eingesetzt, dass die Sparkassen der damals angeschlagenen WestLB eine Finanzspritze von 1,5 Milliarden Euro gewährten.

Die Finanzierung einer Komplettübernahme der WestLB könnte ähnlich laufen wie bei dieser Kapitalerhöhung, die den 113 Sparkassen in NRW die Mehrheit an der WestLB brachte, spekulierte die Zeitung. Während die rheinischen Sparkassen in ihre Rücklagen griffen, brachten die westfälisch-lippischen Sparkassen das Geld durch eine Anleihe des Verbandes auf.

Die WestLB wollte sich nicht zur Frage einer Übernahme durch die Sparkassen äußern. "Die Entscheidung treffen einzig und allein die Eigentümer", sagte ein Sprecher.

Das Land Nordrhein-Westfalen hatte seinen Anteil an der WestLB durch eine Kapitalerhöhung kürzlich von 26 auf 38 Prozent aufgestockt. Die Landesregierung trägt sich aber mit dem Gedanken, aus der Landesbank auszusteigen. Die Sparkassen haben zudem ein Vorkaufsrecht.