Cargolifter Neustart für das Zeppelin-Konzept

Einige Millionen Euro hat die Idee von Carl-Heinrich von Gablenz schon gekostet. Der Luftschifffan wollte Zeppeline zum Lastentransport in den Markt bringen - doch das Projekt endete in der Insolvenz. Nun wagt von Gablenz einen Neustart.

Neuhardenberg - Der ehemalige Chef des zusammengebrochenen Luftschiff-Unternehmens Cargolifter , Carl-Heinrich Freiherr von Gablenz, plant nach einem Zeitungsbericht eine neue Firma in dieser Branche.

In Berlin sei mit 250.000 Euro Kapital eine CL Cargolifter GmbH & Co KGaA gegründet worden, berichtet die "Financial Times Deutschland". Die KG solle als "Cargolifter neu" die Nachfolge der Pleite gegangenen Cargolifter AG antreten, sagte von Gablenz der Zeitung zufolge. Er sei Aufsichtsratschef der Firma.

Zu Zeiten des Börsenbooms hatte Cargolifter mit der Idee, Luftschiffe für den Frachttransport zu entwickeln, Hunderte von Millionen Euro an Kapital eingesammelt und eine riesige Montagehalle in Brandenburg errichtet. 2002 hatte das Unternehmen Insolvenz angemeldet.

40 Millionen Euro Steuergelder waren damit verbraucht, gut 70.000 Kleinaktionäre hatten über 300 Millionen Euro lockergemacht und verloren ihr Geld. Staatsanwälte hatten gegen Mitglieder der Führungsriege von Cargolifter ermittelt - wegen des Verdachts der Insolvenzverschleppung, Kapitalanlagebetrugs und Untreue. Es sei aber kein "hinreichender Tatverdacht" festgestellt worden, so die Staatsanwaltschaft abschließend.

445.000 Passagiere pro Jahr

Auf dem Flugplatz in Neuhardenberg (Märkisch-Oderland) soll nun mit Gablenz' Unterstützung eine neue Luftschiffswerft entstehen. Bis 2013 sollen mindestens zwölf Großluftschiffe gebaut werden.

Vor einigen Wochen hieß es, dass nicht von Gablenz sondern Wolfgang von Zeppelin Initiator des Projekts ist. Zeppelin ist entfernt verwandt mit dem legendären Grafen, der mit dem Bau der damaligen "Starrluftschiffe" Geschichte schrieb.

Das ursprüngliche Cargolifter-Konzept hält Zeppelin für gescheitert. Aber: "Das [neue Konzept] ist ja ein ganz anderes Geschäftsmodell, wir befördern ja keine Lasten, sondern Touristen", sagte von Zeppelin gegenüber manager-magazin.de. Der Planer rechnet mit 445.500 Passagieren im Jahr, Rundflüge über den Städten inklusive. "Das ist eine konservative Kalkulation".

Zeppelin träumt schon von zehn europäische Metropolen, die in absehbarer Zeit mit dem Zeppelin verbunden werden sollen. In Berlin ist der Flughafen Tempelhof als Terminal vorgesehen. Möglichst kostengünstig nutzen möchte er zudem Cargolifter-Patente aus der Insolvenzmasse, etwa für den Bau der Hülle der 125 Meter langen Gefährte.

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