Kurzer Frieden Lufthansa-Piloten kündigen Tarifvertrag

Der Ton zwischen der Pilotenvereinigung Cockpit und der Lufthansa wird schärfer: Ein halbes Jahr nach dem schwierigen Abschluss des Tarifvertrages für die Piloten kündigt Cockpit die Vereinbarung. Der erste Schritt zu einem Streik ist damit gemacht.

Frankfurt am Main - In einem Schreiben an die Mitglieder wies die Pilotenvereinigung Cockpit darauf hin, dass eine Einigung über die künftigen Aufgaben der Besatzungen der Regionalflotte mit der Lufthansa zurzeit nicht möglich sei.

Weil sich die Strukturen im Regionalflugverkehr durch das Aufkommen von Billigfluggesellschaften stark verändert haben, will Lufthansa  in der Regionalflotte Maschinen mit über 70 Sitzen einsetzen. Dafür sollen aber Piloten eingesetzt werden, die nicht nach dem teuren Konzerntarifvertrag der Lufthansa, sondern nach den günstigeren Verträgen der Tochtergesellschaften bezahlt werden. Dem steht eine Vereinbarung aus der Zeit von Ex-Konzernchef Jürgen Weber entgegen, in der eine Obergrenze von Flugzeugen mit bis zu 70 Sitzen für den Einsatz von Billigpiloten festgelegt ist.

"Kostensenkungen bleiben"

Unter den Piloten wird befürchtet, dass Lufthansa künftig verstärkt größere Maschinen bei den Töchtern statt im Mutterhaus einsetzt, weil dort niedrigere Tarife gezahlt werden. So hatte zum Beispiel die mit der Lufthansa verbundene italienische Gesellschaft Air Dolomiti fünf größere Maschinen mit knapp 100 Sitzen bestellt.

Das Thema war in dem im vergangenen Jahr unter lang anhaltendem und heftigem Streit vereinbarten Tarifvertrag als Gegenstand künftiger Verhandlungen festgeschrieben worden. Lufthansa und Cockpit hatten sich im Dezember auf mehr Flugzeit bei gleich bleibendem Lohn für die rund 4400 Piloten geeinigt. Im Gegenzug der Einigung, die Einsparungen von 55 Millionen Euro bringen soll, wurde neben der Ferienfluggesellschaft Condor erstmals auch die Billigfluggesellschaft Germanwings in den Lufthansa-Tarifbereich einbezogen.

Lufthansa

Einem Bericht der "Financial Times Deutschland" zufolge drängt Cockpit nun auf eine schnelle Einigung. Mit der Kündigung sei ein erster Schritt hin zu einem Streik getan worden.

Lufthansa sieht keine Auswirkungen auf das Geschäft des Konzerns. "Die Kostensenkungen bleiben bestehen", sagte eine Sprecherin. Cockpit lehnte einen Kommentar ab.

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