MTU-Verkauf Schlichtungsgespräch gescheitert

Im Streit um den milliardenschweren Verkauf des Dieselmotorenherstellers MTU Friedrichshafen ist nach Medieninformationen ein erstes Schlichtungsgespräch gescheitert. Sollte Mehrheitseigner DaimlerChrysler versuchen, das Vetorecht der Gründerfamilien zu umgehen, wollen diese offenbar vor Gericht ziehen.

Hamburg/Friedrichshafen - Die MTU-Gründerfamilien Schmid-Maybach und Brandenstein-Zeppelin wollen den Stuttgarter Autokonzern DaimlerChrysler  offenbar verklagen, sollte der Großaktionär das Vetorecht der Familien für einen Verkauf mit einem gesellschaftsrechtlichen Trick umgehen. Das berichtet die "Financial Times Deutschland" unter Berufung auf Insider.

DaimlerChrysler will den auf mehrere Gesellschaften unterteilten MTU-Konzern in einer Tochtergesellschaft bündeln, um das Unternehmen dann als Ganzes an einen Investor zu verkaufen. Der Konflikt zwischen dem Autokonzern, der 88 Prozent an MTU Friedrichshafen hält, und den Nachkommen der Firmengründer verhindert seit Monaten den geplanten Verkauf des Dieselmotorherstellers. Die Familien haben mit dem amerikanischen Finanzinvestor Carlyle offenbar bereits weitgehende Vereinbarungen geschlossen.

Um das Mitspracherecht der Familien beim Verkauf auszuhebeln, hatte DaimlerChrysler eine Gesellschaftsversammlung einberufen, auf der alle Firmenwerte von MTU Friedrichshafen in eine neue Gesellschaft ausgegliedert werden sollen. Für die neue Firma würde das Vetorecht der Familien nicht mehr gelten, schreibt die "Financial Times Deutschland". Auch der Exklusivvertrag mit Carlyle würde seine Geltung verlieren und der Großaktionär könnte die neue Gesellschaft meistbietend verkaufen.

Um ein Mitspracherecht beim Verkauf zu behalten, wollen die Gründerfamilien noch eine Einigung mit DaimlerChrysler erzielen. Um einen Streit vor Gericht zu verhindern, muss dies bis zur Eignerversammlung am 1. September gelingen. "Die Einladung ist mit eindeutigen Tagesordnungspunkten versehen, die zeigen, dass dort nicht mehr verhandelt, sondern abgewickelt wird", zitiert das Blatt einen Insider.

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.