Dresdner Bank Schatten auf Gewinnplus

Die Dresdner Bank hat bereits zur Jahresmitte ihr für 2005 angepeiltes Gewinnziel erreicht. Dabei profitierte sie aber von außerordentlichen Erträgen. Das operative Geschäft lief dagegen schlechter, insbesondere bei der Investment-Tochter Dresdner Kleinwort Wasserstein.

Frankfurt am Main - Im zweiten Quartal konnte das zum Allianz-Konzern gehörende Kreditinstitut dank Einsparungen, der Auflösung von Risikorückstellungen und dem Verkauf einer Beteiligung das Ergebnis kräftig steigern. Von April bis Juni steigerte das Kreditinstitut den Gewinn um 82 Prozent auf 244 Millionen Euro.

"Der bisherige Jahresverlauf stimmt uns zuversichtlich, dass wir unsere Ziele für 2005 nicht nur erfüllen, sondern sogar übertreffen", erklärte Allianz-Chef Michael Diekmann am Freitag in München auch mit Blick auf das Bankgeschäft.

Das Bankgeschäft sollte in diesem Jahr erstmals nach Jahren mit einer Eigenkapitalrendite nach Steuern von 8,85 (2004: 1,7) Prozent wieder die Kapitalkosten verdienen. Dies entspricht in etwa einem Jahresüberschuss von 700 Millionen Euro. Per Ende Juni kam die Dresdner Bank bereits auf 710 (222) Millionen Euro. Dabei profitierte sie aber auch von Erlösen aus Beteiligungsverkäufen.

Operative Erträge sinken

Die operativen Erträge sanken im zweiten Quartal um knapp ein Fünftel auf rund 1,40 Milliarden Euro. Hauptauslöser des Rückgangs war das Handelsergebnis, das im Vorjahresvergleich um 73 Prozent auf 127 Millionen Euro einbrach. "Dieser Rückgang ist vornehmlich darauf zurückzuführen, dass das Geschäftsfeld am Kapitalmarkt in den Monaten April und Mai sehr schwierig war", hieß es. Dies habe sich vor allem bei der Investmentbanking-Tochter Dresdner Kleinwort Wasserstein (DrKW) niedergeschlagen. Mit 23 (Vorjahr 55) Millionen Euro halbierte sich dort das Ergebnis nach Steuern.

Seit der Übernahme der Dresdner Bank durch die Allianz wird immer wieder über die Zukunft von DrKW im Konzern spekuliert. In der Vergangenheit waren Verkauf oder ein Einstieg anderer Gesellschafter als Optionen genannt worden. Am Freitag trat Diekmann den Spekulationen in einer Telefonkonferenz zunächst entgegen. "Das steht nicht auf der Tagesordnung", sagte er.

Fast alle großen Investmentbanken hatten im abgelaufenen Quartal unter den Turbulenzen am Anleihemarkt zu leiden. Branchenprimus Deutsche Bank  etwa konnte das Handelsergebnis dennoch um 13 Prozent steigern.

Allianz erwartet vier Milliarden Euro Gewinn

Allianz erwartet vier Milliarden Euro Gewinn

Auch beim Zinsüberschuss musste die Dresdner Bank mit 541 (584) Millionen Euro im Quartal einen Rückgang hinnehmen, nur das Provisionsergebnis legte mit 663 (581) Millionen Euro zu. Hauptverantwortlich für den deutlichen Gewinnanstieg war die Verringerung des Verwaltungsaufwands um knapp 16 Prozent auf 1,11 Milliarden Euro. Zudem profitierte das Institut von der Auflösung von Risikowertberichtigungen von 54 Millionen Euro.

Anders als im Vorjahr musste die Dresdner Bank praktisch keine Restrukturierungsaufwendungen verbuchen. Das Ergebnis aus Kapitalanlagen verdoppelte sich vor allem wegen des Verkaufs der Beteiligung am Baukonzern Bilfinger Berger (Kurswerte anzeigen) auf 138 (64) Millionen Euro.

Allianz-Chef Diekmann stellte unterdessen für das laufende Jahr einen Gewinn von mindestens vier Milliarden Euro in Aussicht. "Wir wären alle sehr enttäuscht, wenn eine drei vor dem Komma stehen würde", sagte er.

Im vergangenen Jahr hatte der Finanzkonzern etwas mehr als zwei Milliarden Euro verdient. Allerdings drückten damals planmäßige Abschreibungen auf den Unternehmenswert in Höhe von 1,1 Milliarden Euro auf das Ergebnis. Diese fallen nach den neuen Bilanzierungsregeln weg.

In den ersten sechs Monaten stieg der Überschuss auf vergleichbarer Basis um 48,3 Prozent auf 2,58 Milliarden Euro.

Diekmann schloss Käufe nicht aus: "Wir schauen uns alles an, was strategisch Sinn macht", sagte er. Priorität habe aber organisches Wachstum. Zu Spekulationen über ein Interesse am Baufinanzierer BHW wollte er nichts sagen.

Verwandte Artikel

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.