Kein Wachstum Stillstand in Deutschland

Die deutsche Wirtschaft ist im Frühjahr nicht gewachsen. Ausgerechnet der seit Monaten als Konjunkturtreiber wichtige Außenhandel bremste. Inzwischen läuft es aber offenbar wieder besser.

Wiesbaden - Das deutsche Bruttoinlandsprodukt hat im zweiten Quartal 2005 stagniert. Die reale Wirtschaftsleistung blieb im zweiten Quartal saison- und kalenderbereinigt auf dem Niveau der ersten drei Monate, wie das Statistische Bundesamt heute mitteilte.

Im Gegensatz zum ersten Quartal verhinderte der Außenhandel im Frühjahr ein Wachstum: "Obgleich sich die Dynamik des Außenhandels im zweiten Quartal 2005 weiter fortsetzte, führte der starke Anstieg der Importe im Vorquartalsvergleich zu einem leicht negativen Wachstumsbeitrag des Außenbeitrags, der den Anstieg der inländischen Verwendung vollständig kompensierte", erklärten die Statistiker.

Von Reuters befragte Volkswirte hatten ursprünglich im Schnitt wie die Bundesbank nur mit einer Stagnation gerechnet. Allerdings hatten zuletzt unerwartet starke Exportzahlen Hoffnung auf eine positive Überraschung gemacht. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hatte das Wachstum am Mittwoch noch auf 0,2 Prozent geschätzt.

Das Wachstum im ersten Vierteljahr revidierten die Statistiker zudem leicht nach unten: Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) wuchs um 0,8 Prozent und nicht wie bislang gemeldet um 1 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr erhöhte sich die Wirtschaftsleistung im zweiten Quartal um 1,5 Prozent, nachdem sie zu Jahresanfang noch um 0,3 Prozent gesunken war. 2005 standen allerdings im zweiten Vierteljahr zwei Arbeitstage mehr zur Verfügung als im Vorjahr. Kalenderbereinigt wäre die Wirtschaftsleistung im zweiten Quartal nur um 0,6 Prozent zum Vorjahr gestiegen, hätte allerdings auch im ersten Quartal 0,8 Prozent höher gelegen.

Angesichts einer Reihe günstiger Konjunkturdaten und der besseren Unternehmensstimmung der Unternehmen sehen viele Ökonomen die deutsche Wirtschaft aber bereits wieder auf Erholungskurs. So prognostiziert das DIW für das dritte Quartal ein Wachstum von 0,5 Prozent.

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