Forsa-Umfrage CDU verliert Stimmen

Sechs Wochen vor der geplanten Bundestagswahl hat die Union deutlich an Wählerstimmen verloren. Die SPD hat dazugewonnen. Trotzdem wäre ein Schröder-Sieg eine Riesenüberraschung.

Hamburg - In der am Mittwoch veröffentlichten wöchentlichen Forsa-Umfrage im Auftrag des Hamburger Magazins "Stern" und des Fernsehsenders RTL fielen CDU/CSU im Vergleich zur Vorwoche um 3 Prozentpunkte auf 42 Prozent. Die SPD stieg um 2 Prozentpunkte auf 28 Prozent. FDP und Grüne liegen unverändert bei je 7 Prozent. Auch die Linkspartei veränderte mit 12 Prozent ihren Wert aus der Vorwoche nicht. Zusammen kommen Union und FDP auf 49 Prozent, SPD und Grüne erreichen gemeinsam 35 Prozent.

Am Wahlkampf hat die große Mehrheit der Deutschen Interesse. In der Umfrage erklärten 41 Prozent der Bürger, sie hätten "großes" Interesse, 23 Prozent verfolgen ihn sogar mit "sehr großem" Interesse. Bei 29 Prozent ist das Interesse weniger groß. Nur 7 Prozent der Bundesbürger gaben an, sich überhaupt nicht für den Wahlkampf zu interessieren.

Nach Einschätzung von Forsa-Chef Manfred Güllner hat Bundeskanzler Gerhard Schröder dennoch keine Chancen mehr auf eine weitere Amtszeit. Noch nie sei die Kluft in den Umfragen zwischen denen, die Schröder als Person gut fänden, und den potenziellen SPD-Wählern so groß gewesen wie derzeit, sagte der Chef des Meinungsforschungsinstituts der Wochenzeitung "Die Zeit". Anders als 1998 und 2002 werde Schröder diese Lücke nicht schließen können. "Selbst wenn man die Unentschlossenen hinzuzählt, kommt die SPD maximal auf 33 Prozent." Mehr sei für die Sozialdemokraten nicht drin. "Ich sehe keine Chance mehr für Schröder", sagte der Wahlforscher.

Wesentlich mehr Bundesbürger als bei vorigen Wahlen gaben in den Umfragen an, noch unentschlossen zu sein, wem sie ihre Stimme geben.

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