Merck Generikatochter in den USA

Der Pharma- und Chemiekonzern Merck hat in den USA eine Tochtergesellschaft zur Herstellung von Generika gegründet. Die Tochter "Genpharm" soll die Position der Darmstädter auf dem weltgrößten Pharmamarkt festigen.

Darmstadt - "Das wird Mercks Präsenz im weltgrößten Pharmamarkt verstärken und unsere Position als der weltweit drittgrößte Generikaproduzent festigen", sagte der Chef der Merck-Tochter Merck Generics Group, Hank Klakurka, am Montag. Ein Sprecher sagte in Darmstadt auf Anfrage, Merck habe in den Vereinigten Staaten bisher lediglich mit Partnern bei günstigen Nachahmermedikamenten (Generika) zusammengearbeitet.

Die neue US-Gesellschaft mit Namen Genpharm habe bisher einen Mitarbeiter. Die weitere Entwicklung der Beschäftigtenzahl hänge vom Geschäftserfolg ab, sagte der Sprecher. Die im MDax  notierte Aktie von Merck  tendierte am Montag kaum verändert und blieb damit leicht hinter dem Gesamtindex zurück.

Aktivitäten auch in Kanada

Merck hat laut dem Sprecher bereits eine Generika-Tochter mit Namen Genpharm in Kanada. Die beiden Unternehmen sollen eng zusammenarbeiten. Allerdings müsse für jedes Mittel immer eine nationale Zulassung beantragt werden.

Die Merck KGaA hatte nach Aussage des Sprechers bisher vier Tochtergesellschaften in den Vereinigten Staaten: eine im Chemiebereich und drei im Pharmabereich. Die EMD Pharmaceuticals sei in der Entwicklung patentgeschützter Medikamente tätig. Die EMD Biosciences sei Zulieferin für große Biotech-Firmen. Die dritte Pharmatochter Dey stelle aus patentfreien Substanzen patentgeschützte Mittel her. Merck erzielte im vergangenen Jahr 19 Prozent seines Umsatzes in Nordamerika. Zu Erlöszielen wollte der Sprecher keine Angaben machen.

Die Merck KGaA hatte voriges Jahr insgesamt 5,9 Milliarden Euro umgesetzt. Die frühere US-Tochter Merck & Co ist bereits seit 1917 komplett von den Darmstädtern unabhängig.

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