Atomkraft Längere Laufzeiten gegen Bares

Energiekonzerne wie RWE und Eon sollen als Gegenleistung für die Verlängerung der Laufzeiten ihrer Atomkraftwerke Milliardenbeträge zahlen. Nach den Vorstellungen der Union soll so der Strompreis gesenkt werden – nicht für den privaten Verbraucher, sondern für die Industrie.

Berlin - "Es ist keine kaufmännische Leistung der Energieunternehmen, wenn sie auf Grund einer politischen Entscheidung zusätzliche Gewinne machen. Dafür kann die Politik auch eine Gegenleistung verlangen", sagte der umweltpolitische Sprecher der Union, Peter Paziorek (CDU), dem "Handelsblatt".

Diese Beträge sollten dann in einen Fonds fließen, aus dem die Absenkung der Strompreise für Industriekunden finanziert werden könnte. Paziorek schlägt eine Verlängerung der Kraftwerkslaufzeiten von acht Jahren vor. Sie bringe den Energiekonzernen nach Berechnungen der Unionsfraktion zusätzliche Gewinne von insgesamt 20 Milliarden Euro.

20 Milliarden Euro zur Absenkung der Strompreise

Die Entscheidung der Politik, die Laufzeiten zu verlängern, solle an eine Selbstverpflichtungserklärung der Energieversorger geknüpft werden, die eine Reduzierung der Strompreise für die Industrie beinhalte. Die Branche könne am besten selbst entscheiden, welches Unternehmen am stärksten von einer Laufzeitverlängerung profitiere, und die Lasten entsprechend verteilen.

Betroffene Unternehmen wie RWE  und Eon  wollten sich nicht äußern. Allerdings hatte Eon-Chef Wulf Bernotat kürzlich in einem Interview betont, eine Verlängerung der Laufzeiten verschaffe seinem Unternehmen "keinen Zusatznutzen".