VW-Affäre Kubickis auffällige Kontakte

In der Affäre bei Volkswagen ergeben sich neue personelle Verwicklungen: Der neue Indien-Beauftragte des Konzerns soll in der Kanzlei von Wolfgang Kubicki arbeiten, der den von Volkswagen gefeuerten Personalmanager Klaus-Joachim Gebauer vertritt.

Wolfsburg/Kiel - Der frühere deutsche Botschafter in Indien, Frank Elbe, sieht keinen Interessenkonflikt zwischen seiner Aufgabe als neuer Indien-Sonderbeauftragter von Volkswagen  und seinem geplanten Eintritt in die Anwaltskanzlei von Wolfgang Kubicki. Der Kieler Anwalt vertritt den entlassenen VW-Manager Klaus-Joachim Gebauer. Der frühere Volkswagen-Personalmanager gilt als eine der Schlüsselfiguren in der VW-Affäre. Gegen ihn wird wegen Betrugs und Untreue ermittelt. Ende Juli war bekannt geworden, dass Elbe neuer Sonderbeauftragter von VW in Indien ist.

Kubicki habe ihm vor rund drei Monaten angeboten, in seine Kanzlei einzutreten, sagte Elbe. Er habe daraufhin bei der zuständigen Anwaltskammer einen Antrag auf Zulassung gestellt und sie als Anwalt für das Amtsgericht und das Landgericht Kiel bekommen. Er habe aber noch keine Befugnisse. "Ich muss den Amtseid noch leisten", sagte Elbe. "In diesem Schwebezustand habe ich das Angebot von (VW- Konzernchef) Bernd Pischetsrieder erhalten." Er habe es angenommen. Bevor er den Eid leiste, wolle er nun abwarten, wie lange seine Aufgabe für VW dauere.

VW war in Indien im Zusammenhang mit der Korruptionsaffäre in die Kritik geraten. Ex-Skoda-Manager Helmuth Schuster soll die Regierung des südindischen Bundesstaats Andhra Pradesh getäuscht haben. Elbe hatte sich daraufhin mit dem Regierungschef Y.S. Rajsekhara Reddy in der Hauptstadt Hyderabad getroffen und dort betont, dass der geplante Bau einer Autofabrik wegen der Korruptionsaffäre nur vorübergehend auf Eis liege.

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.