Infineon-Affäre Schumacher attackiert Kley

Der im Frühjahr 2004 geschasste Infineon-Chef Ulrich Schumacher wirft Aufsichtsratschef Max Dietrich Kley Verleumdung vor. Kley hatte ihn mit dem Sponsoring-Skandal um Ex-Vorstand Andreas von Zitzewitz in Verbindung gebracht, der offenbar inzwischen gestanden hat.

Frankfurt am Main - In einem Brief schrieben Ulrich Schumachers Rechtsanwälte Infineon-Aufsichtsratschef Max Dietrich Kley, er habe falsche Behauptungen verbreitet, berichtete das "Handelsblatt". Die Juristen drohten in dem Schreiben rechtliche Schritte an, falls Kley seine Äußerungen wiederhole.

Konkret gehe es um eine Mitteilung, die Kley am Montagabend per E-Mail verbreiten ließ. Darin habe es geheißen: "Der gesamte Bereich Motorsportsponsoring unterstand Herrn Dr. Schumacher, den mit Herrn Schneider anscheinend seit langem eine enge Freundschaft verbindet." Dies sei falsch, argumentierten Schumachers Rechtsanwälte in dem Schreiben. Schumacher sei weder für das Sponsoring verantwortlich gewesen, noch sei er mit Schneider befreundet. Udo Schneider ist der Chef der Schweizer Beratungsfirma BF Consulting, die den ganzen Skandal ins Rollen brachte.

Die Anwälte Schumachers sähen durch die Aussage Kleys eine "Verunglimpfung" ihres Mandanten. Sein Ansehen werde in der Öffentlichkeit beschädigt, weil er in Zusammenhang mit möglichen Bestechungszahlungen gebracht werde. In dem Brief heiße es weiter: "Herr Dr. Schumacher war in die nähere Ausgestaltung und Abwicklung der Sponsoringverträge zu keinem Zeitpunkt eingebunden."

Von Zitzewitz soll schon gestanden haben

Unterdessen meldet die "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ), der am Wochenende zurückgetretene Infineon-Vorstand habe schon im Verhör am Freitag nach einigen Stunden in Untersuchungshaft bestätigt, Zahlungen von der Schweizer Sportsponsoring-Agentur BF Consulting erhalten zu haben.

Die Staatsanwaltschaft sei zuversichtlich, nach der spektakulären Durchsuchungsaktion am vergangenen Freitag mit rund 100 Beamten an mehr als einem Dutzend Orten in Deutschland und der Schweiz bald weitere Ergebnisse bekannt geben zu können. Denkbar sei, dass sich Zitzewitz und sein Anwalt kooperativ verhalten, um das Strafmaß zu begrenzen. Für Bestechlichkeit in einem besonders schweren Fall droht nach Paragraph 300 des Strafgesetzbuches eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Zitzewitz und zwei weitere Verdächtigte wegen des Verdachts der Untreue, Bestechlichkeit und Steuerhinterziehung. Zitzewitz soll 259.000 Euro Schmiergeld von der Schweizer Firma BF Consulting zwischen 2002 und 2004 für den Abschluss eines Agenturrahmenvertrags im Bereich des Motorsport-Sponsorings erhalten haben, erklärte Schmidt-Sommerfeld. Der frühere Chef der Infineon-Speichersparte, Harald Eggers, soll 50.000 Euro bekommen haben.