Montag, 20. Mai 2019

Milliarden sparen HP und IBM streichen tausende Stellen

Weil die IBM-Mitarbeiter in Europa das drastische Stellenkürzungsprogramm angeblich "gut akzeptiert" haben, erhöht der Computerriese sein Streichziel - auf 14.500 Jobs weltweit. Zeitgleich weitet auch Hewlett-Packard seinen Jobabbau kräftig aus, exakt auf den IBM-Wert. In Deutschland könnten 2000 Beschäftigte betroffen sein.

Palo Alto/Armonk - Der weltweit zweitgrößte Computerbauer Hewlett-Packard Börsen-Chart zeigen will mit dem Abbau von 14.500 Stellen oder rund zehn Prozent der Belegschaft die Kosten massiv drücken.

Drastische Kürzungen bei den Belegschaftszahlen: Hewlett-Packard-Zentrale in Palo Alto
AP
Drastische Kürzungen bei den Belegschaftszahlen: Hewlett-Packard-Zentrale in Palo Alto
Bis zum Geschäftsjahr 2006/07 (bis Oktober 2007) sollen die jährlichen Kosten um 1,9 Milliarden Dollar gedrückt werden, teilte das Unternehmen am Dienstag in Palo Alto mit. Für das kommende Geschäftsjahr 2005/06 bezifferte HP das Einsparvolumen auf 900 Millionen bis 1,05 Milliarden Dollar.

Wie das "Handelsblatt" (Dienstagausgabe) unter Berufung auf Mitarbeiterkreise berichtet, könnten in Deutschland bis zu 2000 Stellen abgebaut werden. Dies wollte ein HP-Sprecher nicht kommentieren.

E-Mail vom HP-Deutschland-Chef

Deutschland-Chef Uli Holdenried habe unterdessen in einer E-Mail die Beschäftigten darauf eingestellt, "dass (Konzernchef) Mark Hurd im Laufe dieser Woche organisatorische Entscheidungen und Maßnahmen des Konzerns zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit der Geschäftsbereiche und zur Kostensenkung ankündigen wird".

Mit Mitarbeiteransprachen wolle das deutsche Management danach "schnellstmöglich über das weitere Vorgehen für HP in Deutschland informieren", zitierte das "Handelsblatt" aus der E-Mail. Derzeit läuft bei HP Deutschland bereits ein früheres Sparprogramm, durch das 350 der zuvor 9600 Jobs wegfallen.

Zuvor hatte IBM Börsen-Chart zeigen angekündigt, dass weltweit 14.500 Stellen wegfallen, 1 500 mehr als noch im Mai geplant. 70 Prozent der Jobs sollen in Europa wegfallen.

Von Juni bis Mitte Juli seien bereits 8000 IBM-Mitarbeiter ausgeschieden. IBM hatte im Mai angekündigt, dass im Zuge einer weit reichenden Restrukturierung bis zu 13.000 Stellen wegfallen sollten, die Mehrzahl davon in Europa und in der Dienstleistungssparte mit ihren 180.000 Bediensteten. Die Zahl sei nun höher als ursprünglich geplant, da es in Europa eine gute Akzeptanz der freiwilligen Programme gegeben habe.

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