Leica Klagen gefährden Rettung

Die Rettung des traditionsreichen Kameraherstellers Leica ist wieder gefährdet. Mehrere Großaktionäre wollen vorerst nicht an einer lebenswichtigen Kapitalerhöhung teilnehmen, weil gegen die Maßnahme Anfechtungsklagen laufen, teilte das Unternehmen mit.

Solms - Die Sanierung des Kameraherstellers Leica  sei dadurch "nachhaltig gefährdet". Der Vorstand könne nicht ausschließen, dass die Umsetzung der Kapitalerhöhung daran scheitert, dass mehrere Anfechtungsklagen gegen diesen Schritt eingegangen sind.

Die außerordentliche Leica-Hauptversammlung am 31. Mai hatte die Ausgabe von 13,5 Millionen neuer Aktien zur Aufstockung des Kapitals beschlossen. Nach bisherigen Informationen gebe es fünf Klagen dagegen, teilte Leica nun mit. Mit vier Klägern seien Vergleichsgespräche geführt worden, die bislang ohne Ergebnis geblieben seien.

Die Großaktionäre Hermès International und ACM Projektentwicklung hätten mitgeteilt, sie würden keine neuen Aktien zeichnen, solange die Klagen anhängig seien. Erst wenn die Klagen ausgeräumt seien, würden sie über eine Teilnahme an der Kapitalerhöhung entscheiden. Leica war unter dem Druck der boomenden Digital-Fotografie und des Preisverfalls in der Branche in eine schwere Krise mit roten Zahlen und starken Umsatzeinbußen geraten.