DBA "Wir sind solide finanziert"

Der Billigflieger DBA will sein weiteres Wachstum mit dem Kauf einer eigenen Flugzeugflotte vorantreiben. Dazu peilt das Unternehmen zwar den Einstieg eines Investors an, führt derzeit nach eigenen Angaben aber keine Gespräche darüber.

München - "Bedarf für eine finanzielle Partnerschaft gibt es ausschließlich, wenn die DBA neue Flugzeuge kauft und diese in ihr Eigentum nimmt - und das ist die von mir favorisierte Version", erklärte Miteigentümer und Aufsichtsratschef Rudolf Wöhrl am Freitag. Die DBA führe weiter Vorgespräche mit den Flugzeugherstellern Airbus und Boeing über 30 bis 35 Flugzeuge. Wöhrl machte deutlich, dass für den aktuellen Flugbetrieb kein Investor nötig sei. Gleiches gelte für den Fall, dass die Gesellschaft ihre Flugzeugflotte in den Jahren 2008 bis 2010 mit geleasten Flugzeugen erneuert. "Wir sind schuldenfrei und solide finanziert", betonte Wöhrl.

Ein Firmensprecher sagte, derzeit gebe es keine Gespräche mit Investoren. Er dementierte einen Zeitungsbericht, wonach Wöhrl speziell mit dem britischen Finanzinvestor Klesh gesprochen habe. Momentan stelle sich die Frage nach dem Einstieg eines Investors nicht, da die Erneuerung der Flugzeugflotte erst zum Ende des Jahrzehnts anstehe, sagte der Sprecher. Als alternative Option zu einem Investor hatte Wöhrl zuletzt die Möglichkeit eines Börsengangs genannt.

Zuletzt hatte der Mehrheitseigner der DBA, die Fluggesellschaft Germania Express des Unternehmers Hinrich Bischoff, nur wenige Wochen nach seinem Einstieg seine DBA-Anteile wieder an das Unternehmen zurückgegeben. Trotz der Trennung auf Beteiligungsebene arbeiten die Firmen weiter zusammen, da DBA Flugzeuge und Besatzung von Germania Express gemietet und deren gesamtes Streckennetz übernommen hat.

Unter anderem dadurch legte die Passagierzahl von DBA, der zweitgrößten innerdeutschen Fluglinie, zwischen April und Juni um 70 Prozent zu. Die Auslastung der Flugzeuge liege weiterhin über den Erwartungen, erklärte Wöhrl.

Im laufenden Geschäftsjahr 2005/2006 (zum 31. März) will die DBA mindestens 4,3 Millionen Passagiere befördern, künftig seien fünf Millionen geplant. Der Umsatz im laufenden Jahr soll auf etwa 400 Millionen Euro steigen. "Wir wollen wieder profitabel sein und auf den Vorjahresgewinn noch etwas drauflegen", sagte der Sprecher. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2004/05 hatte die DBA rund drei Millionen Passagiere befördert und 279 Millionen Euro umgesetzt. Mit einem Gewinn von 1,7 Millionen Euro schrieb das Unternehmen erstmals schwarze Zahlen.