Milliardengeschäft NordLB verkauft Immobilientochter an Fortress

Die Norddeutsche Landesbank (NordLB) hat ihre Immobilientochter Nileg für 1,5 Milliarden Euro an den US-Investor Fortress verkauft. Der Gewinn liegt im dreistelligen Millionenbereich.

Hannover - Die NordLB setzt ihre Konzentration auf das Kerngeschäft fort, mit der sie sich für den Wegfall der Staatsgarantien in der kommenden Woche wappnen will. "Nach Abzug von Schulden und Buchwerten ergibt sich ein außerordentlicher Ertrag für die NordLB im dreistelligen Millionenbereich", sagte NordLB-Vorstand Jürgen Allerkamp am Donnerstag in Hannover.

Die NordLB werde sämtliche Geschäftsanteile an der Nileg Immobilien Holding GmbH an Fortress veräußern, sagte Allerkamp. Unter 50 Interessenten habe sich der US-Investor durchgesetzt, weil er die Nileg und ihre Beteiligungsgesellschaften fortführen wolle. Der Schutz der Mieter werde auch künftig einen sehr hohen Stellenwert haben, unbefristet beschäftigte Mitarbeiter erhielten einen Kündigungsschutz von zwölf Monaten.

Fortress wolle spätestens 2006 eine große Immobilienholding in Deutschland formen und diese bald an die Börse bringen, sagte Matthias Moser, der Geschäftsführer von Fortress Deutschland. Ziel sei ein Bestand von 150.000 bis 180.000 Wohnungen. Im vergangenen Jahr hatte Fortress die Wohnungsgesellschaft Gagfah von der Bundesversicherungsanstalt (BfA) für 3,5 Milliarden Euro übernommen. Gagfah und Nileg haben Moser zufolge zusammen einen Bestand von rund 110.000 Wohnungen.

Vorbereitung auf Wegfall von Staatsgarantien

Die Nileg zählt mit ihren rund 30.000 Wohnungen zu den größten Immobilienunternehmen in Norddeutschland. Zuletzt hatte die Gesellschaft einen Umsatz von 230 Millionen Euro und eine Bilanzsumme von 1,35 Milliarden Euro verbucht.

"Wir trennen uns nicht leichten Herzens von der Nileg", sagte Appelkamp. Aber die NordLB wolle ihr Beteiligungsportfolio bereinigen und sich auf das Bankgeschäft konzentrieren. Die Landesbank erhofft sich davon nicht zuletzt eine günstige Bewertung durch die Ratingagenturen. Die ist von großer Bedeutung, wenn die Staatsgarantien für die Landesbanken wegfallen und sich dadurch deren Refinanzierung verteuert.

Die NordLB hat in den vergangenen Monaten bereits einiges unternommen, um sich darauf vorzubereiten. So beschlossen die Länder Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern sowie die Sparkassen der drei Länder vor einigen Wochen eine Kapitalerhöhung. Erst vor kurzem einigten sich die NordLB und die norwegische Bank DnB NOR auf ein Gemeinschaftsunternehmen für Nordosteuropa, die DnB NORD. Zuletzt hatten NordLB und WestLB einen gemeinsamen Abwickler für Problemkredite gegründet und als Partner die japanische Shinsei Bank gewonnen.

Fortress ist eine Beteiligungsgesellschaft mit Sitz in New York, die vor allem für US-amerikanische und europäische Pensionsfonds Geld anlegt. Moser sagte, die Gesellschaft sei an langfristigen Engagements interessiert. Ziel sei es nicht, sich so schnell wie möglich wieder von Beteiligungen wieder zu trennen.

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