VW-Affäre Hartz erhält womöglich doch Abfindung

Peter Hartz erhält womöglich doch eine Abfindung für seinen Abschied bei Volkswagen. „Die Rechtslage werde noch geprüft“ hieß es überraschend am Donnerstag. Unterdessen tauchten drei neue Namen für die Hartz-Nachfolge auf.

Wolfsburg - Ein neuer Personalvorstand für Volkswagen wird nach Angaben von Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) "spätestens im Herbst" berufen. Der künftige Nachfolger von Peter Hartz müsse "bereits Erfahrungen als Personalvorstand in einem anderen Unternehmen haben", sagte Wulff der "Neuen Presse" in Hannover. Er müsse "den Willen haben, bei VW Jobs zu sichern und gleichzeitig intelligent die Arbeitsproduktivität erhöhen können", fügte der Regierungschef hinzu.

Laut "Frankfurter Allgemeine Zeitung" sind drei mögliche Nachfolgekandidaten im Gespräch: Es handele sich um den Arbeitsdirektor bei Thyssen Krupp, Ralf Labonte, sowie Rolf Reppel von Thyssen Krupp Services und Karl-Heinz Blessing von der Dillinger Hütte, berichtete das Blatt unter Berufung auf IG-Metall-Kreise. Die Gewerkschaft hat in der Personalsache das Vorschlagsrecht und möchte einen externen Kandidaten. Über die Hartz-Nachfolge soll in den kommenden Wochen entschieden werden. Zuvor waren bereits die Namen Horst Neumann, Personalchef Audi, und Josef Fidelis Senn, Leiter des zentralen Personalwesens bei VW, als Kandidaten genannt worden.

15.000 Euro Betriebsrente

Unterdessen hieß es aus Unternehmenskreisen, entgegen gestriger Meldungen sei es keinesfalls sicher, dass Hartz das Unternehmen ohne Abfindung verlasse. Er wird seinen Vertrag möglicherweise ausbezahlt bekommen, schreibt die "Süddeutsche Zeitung". Dieser laufe nach Hartz' eigenen Angaben bis 2007. Wulff sagte dem Blatt: "Fachleute von VW" seien dabei, "die Rechtslage für den Aufsichtsrat darzustellen". Das Unternehmen hatte mitgeteilt, der im Zuge der VW-Bestechungsaffäre zurückgetretene Hartz trete in den Ruhestand und erhalte somit keine Abfindung. Die Betriebsrente beträgt nach Informationen der "Bild"-Zeitung 15.000 Euro.

Wulff bekannte sich außerdem zur Beteiligung des Landes Niedersachsen am Volkswagen-Konzern: "Das Land kann als Aktionär gerade auf die Anliegen der norddeutschen Volkswagen-Standorte positiv Einfluss nehmen und gerade so in VW-Krisenzeiten beruhigend wirken. Diese Stabilität hat den Erfolg von VW erst möglich gemacht - einen Erfolg, den wir uns durch die aktuellen Ereignisse nicht kleinreden lassen sollten".

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