Schlappes Deutschlandgeschäft BAT streicht ein Viertel der Stellen

Der Zigarettenhersteller British American Tobacco zieht Konsequenzen aus dem schlecht laufenden Deutschlandgeschäft und baut in erheblichem Maße Arbeitsplätze ab. Betroffen sind etwa 500 der 2000 Stellen.

Hamburg - Wie British American Tobacco (BAT)  am Mittwoch mitteilte, sind vom Abbau 125 Arbeitsplätze in der Hamburger Zentrale betroffen. Sie sollen bis Ende des Jahres verschwinden. Weil BAT (Lucky Strike, Gauloises, Pall Mall, HB) mit seinen Schwesterunternehmen der Brinkmann Niemeyer Gruppe zusammengeführt wird, fallen hier weitere 122 Arbeitsplätzen weg.

Am Standort Bayreuth, wo die Herstellkosten des Werkes in den nächsten drei Jahren um 25 Prozent gesenkt werden, sind 216 Vollzeitarbeitsplätze von Restrukturierungsmaßnahmen betroffen. Management und Betriebsrat und Gewerkschaft NGG haben Ende Juni tarifliche und innerbetriebliche Regelungen zur Einsparung festgelegt. So wird es neben der Personalreduzierung

  • in den Jahren 2005 und 2006 keine Entgelterhöhungen geben
  • künftig kein 14. Monatsgehalt mehr.
  • Dafür wird auf betriebsbedingte Kündigungen bis Ende 2010 verzichtet, sofern sich die ökonomischen oder branchenspezifischen Rahmenbedingungen nicht deutlich verschlechtern.
BAT sieht den Standort Bayreuth damit gesichert. Das Unternehmen kämpft wie seine Konkurrenten mit der wachsenden Unlust der Deutschen zu rauchen und Tabakkäufen von Rauchern im Ausland.

2004 betrug der Gesamtabsatz im Inland versteuerter Fabrikzigaretten - Markenprodukte der Industrie und Billigzigaretten des Handels - 113,6 (2003: 134,4) Milliarden Stück und lag damit um über 20 Milliarden Stück oder 15,5 Prozent unter dem Jahr 2003. Im ersten Halbjahr 2005 setzte sich die Entwicklung mit einem Absatzverlust von 14,7 Prozent im ersten Halbjahr beschleunigt fort. Die Absatzverluste bei Zigaretten werden allerdings zum Teil durch Mehrverkäufe bei niedriger besteuerten und damit preiswerteren Feinschnittprodukten aufgefangen. Deren Absatz stieg 2004 auf 30,7 (2003: 21,6) Milliarden Stück.

BAT wurde vom Rückgang des Zigarettenabsatzes allerdings unterdurchschnittlich getroffen. Das Unternehmen steigerte seinen Marktanteil nach eigenen Angaben im ersten Halbjahr 2005 um 0,8 auf 23,5 Prozent.

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