Mobilcom Schadenersatzklage angefochten

Gegen den Beschluss der Mobilcom-Anteilseigner, den ehemaligen Großaktionär France Telecom auf Schadenersatz zu verklagen, regt sich Widerstand. In Flensburg ist eine Anfechtungsklage eingegangen – offenbar vom ehemaligen Großaktionär.

Hamburg - Wie der Mobilfunkdienstleister Mobilcom  in einer Finanzanzeige mitteilte, ist beim Landgericht Flensburg Anfechtungsklage gegen den Beschluss eingereicht worden. Kläger ist einem Bericht der "Financial Times Deutschland" (Freitagausgabe) zufolge France Telecom  selbst. Die Zeitung beruft sich auf informierte Kreise.

Das französische Telekommunikationsunternehmen wollte den Bericht nicht kommentieren. Mobilcom war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen. Laut der Finanzanzeige wurden auch gegen die anderen Tagesordnungspunkte Anfechtungs- oder Nichtigkeitsklagen erhoben.

Gegen den Willen von Vorstand und Aufsichtsrat hatten die Aktionäre des zweitgrößten deutschen Mobilfunkdienstleisters auf der Hauptversammlung im April beschlossen, wegen des Bruchs von Gesellschaftervereinbarungen 3,7 Milliarden Euro Schadenersatz von France Telecom zu verlangen.

Der französische Konzern hatte sich aus dem gemeinsamen UMTS-Projekt zurückgezogen. Anfang Mai hatte France Telecom den Großteil seiner Mobilcom-Beteiligung an den US-Finanzinvestor Texas Pacific (TPG) verkauft und hält nur noch rund 1 Prozent.

Mit Hilfe von TPG könnten die Beschlüsse vom April wieder rückgängig gemacht werden. Der Finanzinvestor könnte das Thema auf die Tagesordnung der geplanten außerordentlichen Hauptversammlung im August setzen lassen und dort gegen die Klage stimmen. France Telecom hatte als Betroffener im April kein Stimmrecht. Auf dem Aktionärstreffen wird es auch um die von Mobilcom  vorangetriebene Verschmelzung mit der Tochter Freenet  gehen.

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