Neuwahlen Linksbündnis bald stärkste Kraft im Osten

Das Linksbündnis aus PDS und WASG ist auf bestem Weg, zur stärksten politischen Kraft in den neuen Bundesländern zu werden. 30 Prozent der Ostdeutschen würden derzeit für das Linksbündnis um Gregor Gysi und Oskar Lafontaine stimmen, so eine Emnid-Umfrage.

Berlin - Die Linkspartei liegt damit im Osten gleichauf mit der CDU, die ebenfalls auf 30 Prozent kommt. In Gesamtdeutschland legt das Linksbündnis gegenüber der Vorwoche um 2 Prozentpunkte auf 11 Prozent zu. CDU und CSU bleiben zwar weiterhin stärkste Kraft, setzen aber den leicht rückläufigen Trend der vergangenen Wochen fort und verlieren 2 Prozentpunkte auf nun 43 Prozent.

Die FDP liegt unverändert bei 7 Prozent. Wenn am Sonntag Bundestagswahl wäre, würden sich für die SPD wie in der Vorwoche 27 Prozent der Wähler entscheiden, für die Grünen unverändert 8 Prozent.

Bundeskanzler Gerhard Schröder schloss eine Koalition mit dem Linksbündnis unterdesen aus. "Ich werde nie etwas mit dieser merkwürdigen Gruppierung am linken Rand machen. Das können Sie als völlig ausgeschlossen annehmen", sagte Schröder über eine mögliche Koalition der SPD mit der Linkspartei. Nach einer vorgezogenen Bundestagswahl will Schröder möglichst an der rot-grünen Koalition festhalten.

Schönbohm droht dem Linksbündnis

Mit Empörung hat die WASG auf die Drohung von Brandenburgs Innenminister Jörg Schönbohm reagiert, Oskar Lafontaine vom Verfassungsschutz beobachten zu lassen. Die Linkspartei sprach von einer "Schmutzkampagne" gegen ihren Spitzenkandidaten.

Schönbohm hatte mit Bezug auf Lafontaines umstrittene "Fremdarbeiter"-Äußerung in der "Bild"-Zeitung gesagt, "der Sozialist Lafontaine sucht offenbar bei den Neonazis seine Wähler. Wenn er so weitermacht, könnte das ein Fall für den Verfassungsschutz werden." Schönbohm betonte, Lafontaine habe auf dem Bundesparteitag der WASG in Kassel behauptet, die Nationalsozialisten seien nicht in erster Linie fremdenfeindlich gewesen.

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