Mercedes-Fabrik Einigung in Russland

Nach einem Treffen zwischen DaimlerChrysler-Chef Jürgen Schrempp und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin ist ein Mercedes-Werk in Russland offenbar nahezu beschlossen. Schon in einem halben Jahr könnte Baubeginn für die Fabrik sein, mit der Mercedes die Vorherrschaft im russischen Luxussegment von BMW zurückerobern möchte.

Stuttgart - Geplant ist offenbar eine Halle zur Montage von Bausätzen mehrerer Limousinenbaureihen. Nach Informationen des "Handelsblatt" soll es sich dabei um C-Klasse und E-Klasse handeln. Die Zeitung berichtet auch, dass der Konzern die Fertigung von Chrysler-Modellen erwägt, um auf dem boomenden russischen Automarkt mit preisgünstigen Modellen präsent zu sein.

Ein DaimlerChrysler-Sprecher wollte sich am Morgen zu Details nicht äußern. Er bestätigte lediglich, dass ein "Montagewerk von Mercedes-Benz-PKW in der Nähe von St. Petersburg" geplant sei. Seit Bekanntwerden der Pläne vor einem halben Jahr sind die Planungen aber erheblich fortgeschritten.

So ist inzwischen offenbar nur noch die Frage der Zollsätze zu klären, nachdem DaimlerChrysler-Chef Jürgen Schrempp kürzlich bei einem Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin mehrere Fragen geklärt hatte. Als Zeitpunkt für den Baubeginn der neuen Fabrik ist nach "Handelsblatt"-Informationen das Frühjahr des Jahres 2006 avisiert. Die Investitionskosten werden auf 100 Millionen Dollar geschätzt.

Bisher produzieren Ford und Toyota in Russland Autos. BMW schraubt in Kaliningrad Bausätze seiner mittleren Baureihen zusammen. Volkswagen hat bereits mehrfach Interesse an einer Produktionsstätte durchblicken lassen.

DaimlerChrysler, sonst von Indonesien über Südafrika bis Brasilien überall vertreten, verfügt in Russland bisher nur über eine Vertriebsorganisation und hat in den vergangenen Jahren im Konkurrenzvergleich vor Ort enttäuschende Verkaufszahlen präsentieren müssen.

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