US-Besuch Schröder wirbt für Hedgefonds-Kontrolle

Bundeskanzler Gerhard Schröder hat vor US-Wirtschaftsvertretern eine verstärkte Kontrolle von Hedgefonds gefordert. Zugleich warb er für verstärkte Investitionen in Deutschland.

Washington - "Wir stimmen mit der Forderung nach Transparenz (...) mit wichtigen Vertretern der US-Administration überein", sagte Schröder laut Manuskript bei seiner Rede vor der US-Handelskammer. Der Kanzler kündigte einen entsprechenden Vorstoß beim Gipfeltreffen der acht wichtigsten Industriestaaten Anfang Juli in Schottland an: "Ich werde mich deshalb auf dem G-8-Gipfel (...) dafür aussprechen, international einheitliche Mindeststandards für Hedgefonds zu definieren." Es gehe um die Herstellung von Transparenz, wie sie in den USA zum Teil bereits Normalität sei.

Auch zur Transparenz der Ölmärkte werde er seine Vorschläge bei dem Gipfel wieder einbringen, sagte Schröder. Er sprach von zunehmender internationaler Unterstützung für diese Initiative, mit der preistreibende Spekulationen eingedämmt werden sollen.

"Investoren sind hoch willkommen"

Zugleich warb Schröder vor den US-Geschäftsleuten für Investitionen in Deutschland. "Ausländische Investoren, auch sogenannte Finanzinvestoren, sind und bleiben (...) in unserer Volkswirtschaft hoch willkommen", sagte er, ohne die von SPD-Chef Franz Müntefering ausgelöste Debatte über Kapitalismus und seine Auswüchse zu nennen, in der die Hedgefonds eine wichtige Rolle spielten.

Im Gegensatz zu strategischen Investoren, die sich gewöhnlich langfristig und als Ergänzung zu ihrem eigenen Geschäft an Firmen beteiligen, halten Finanzinvestoren ihren Anteil an Unternehmen meist nur wenige Jahre, in denen sich ihre Investition bezahlt machen muss. Müntefering hatte Hedgefonds vorgeworfen, deutsche Firmen aufzukaufen, auszubeuten und danach wieder abzustoßen.